Archive for April 2013

Monatshoroskop Mai 2013

April 30, 2013

Das Monatshoroskop Mai 2013 von meiner Webseite www.giesow.de

Die Daten:

01.05. Merkur wechselt in den Stier

09.05. Venus wechselt in die Zwillinge

10.05. Neumond  2:28 MEZ/S  Sonne und Mond auf 19°31` Stier

15.05. Merkur wechselt in die Zwillinge

20.05. Zeichenwechsel: Sonne in den Zwillingen

21.05. Uranus Quadrat Pluto

25.05. Vollmond  6:25 MEZ/S  Sonne in den Zwillingen, Mond auf 4°08` im Schützen

31.05. Merkur wechselt in den Krebs

31.05. Mars wechselt in die Zwillinge

Die Deutung:

Im Mai 2013 wechseln einige Planeten in das bewegliche und neugierige Sternzeichen der Zwillinge. Damit steigern sich sicherlich die Möglichkeiten zur Begegnung und der Wunsch nach Kommunikation. Aber auch das Quadrat von Uranus und Pluto wird im Mai erneut exakt. Diese und weitere interessante Konstellationen werde ich im Folgenden gerne besprechen.

Die Konstellationen

Merkur wechselt in den Stier 01.05.2013

 

Der Monat Mai beginnt am ersten mit dem Wechsel des Merkur in den Stier. Immer noch läuft Merkur der Sonne hinterher. Im Stier ist mit Merkur das kaufmännische Denken aktiviert. Wir denken jetzt pragmatischer und irdischer. Praktische Erwägungen stehen auch in der Kommunikation im Vordergrund. Dieses ist eine gute Stellung, um über Geld, Anlagen und Sicherheit nachzudenken.

Venus wechselt in den Zwilling 09.05.2013

 

Am 9. Mai wechselt die Venus in die Zwillinge. Damit kommt viel Bewegung, aber auch Unruhe in bestehende Beziehungen. Venus im Zwilling bietet sich aber auch an, neue Kontakte zu suchen und überhaupt viel unterwegs zu sein. Außerdem liebt Venus in den Zwillingen Informationen und kleine Reisen.

Neumond Mai 2013

 

Am 10. Mai treffen ich Sonne und Mond im 20. Grad des Stiers zum Neumond.Da sich der Neumond in Konjunktion mit dem südlichen Mondknoten befindet, erhalten wir eine ringförmige Sonnenfinsternis, die allerdings bei uns nicht sichtbar sein wird. Neben Sonne und Mond befinden sich auch Merkur und Mars im Stier. Damit symbolisiert dieser Neumond die Erde und die Fruchtbarkeit. Das große Thema ist Sicherheit. Wieder einmal können wir uns die Frage stellen, was für uns Sicherheit bedeutet, ob wir diese im Außen anhand von Geld oder Besitz anstreben, oder ob es etwas Innerliches ist.

 

 

Merkur wechselt in den Zwilling 15.05.2013

 

Am 15. Mai wechselt Merkur in die Zwillinge. Denken und Kommunikation werden schneller, sprunghafter und intensiver. Es kann jetzt eine regelrechte Lust darin bestehen zu denken, zu kommunizieren, Informationen zu erlangen und Kontakte zu pflegen.

Sonne wechselt in den Zwilling 20.05.2013

 

Am 20. Mai wechselt die Sonne vom Stier in den Zwilling. In der Zeit der Zwillinge ist immer viel los. Man trifft sich, auch weil die Tage lang sind. Es gibt eine Vielzahl von kulturellen Ereignissen. Der Wunsch und das Bedürfnis nach Kommunikation ist erhöht. Auch die Lust am Denken ist jetzt stark ausgeprägt. Die Haupteigenschaft des Zwillings ist die Unterscheidungsfähigkeit und genau darin sollten wir uns in dieser Zeit üben.

Uranus Quadrat Pluto 21.05.2013

 

Nachdem der von vielen Menschen befürchtete Weltuntergang am 21. Dezember 2012 nicht eingetreten ist, scheint auch astrologisch der Alltag wieder eingekehrt zu sein. Aber das entbehrt leider jeglicher Grundlage, denn weiterhin ist das Quadrat zwischen Uranus und Pluto als Hauptaspekt des kardinalen Konflikts (1) äußerst wirksam. Zweimal wird dieser welterschütternde Aspekte im Jahr 2013 noch perfekt werden:
  • am 21.Mai 2013 auf 11°24` Widder (Uranus)/Steinbock (Pluto), wobei Uranus direktläufig und Pluto rückläufig ist
  • am 01.November 2013 auf 9°26` Widder (Uranus)/Steinbock (Pluto), wobei diesmal Uranus rückläufig und Pluto direktläufig ist.

Zum zweiten und ersten Quadrat von Uranus und Pluto hatte ich im September 2012 geschrieben: „

Am 19. September kommt es das zweite Mal zum Quadrat zwischen Uranus und Pluto. Uranus ist rückläufig, Pluto wieder direktläufig. Der Aspekte berührt 6°57`Widder (Uranus) und Steinbock (Pluto). Zum ersten Quadrat am 24. Juni habe ich geschrieben: „ Der laufende Uranus macht aus dem Widder das erste von sieben Quadraten zum Pluto im Steinbock. 2012 bis 2015 kommt es insgesamt siebenmal zum Quadrat zwischen Uranus und Pluto. Das sind die Wehen des neuen Zeitalters. Der Beginn des neuen Zeitalters, auch Zeitenwende oder Wendezeit genannt, wird auch wegen dem Ende des Maya Kalenders ins Jahr 2012 verlegt. Dazu passt im Grunde das Quadrat zwischen Uranus und Pluto.  Pluto symbolisiert die Enge und Uranus die Befreiung, damit können wir von der Befreiung aus der Enge sprechen und damit drängt sich das Bild der Geburt auf. Selbstverständlich wird diese Geburt nicht ohne Kampf und Widerstand ablaufen, aber mit dem endgültigen Eintritt des Neptun in die Fische (ab Februar 2012) und dem Verklingen des letzten Quadrates von Uranus und Pluto (März 2015) werden wir uns in einem neuen Zeitalter befinden, in dem nicht mehr die Werte (Pluto im Steinbock) gelten werden, die uns lange Zeit begleitet haben. Vielleicht wird damit das seit langem angekündigte Zeitalter des Wassermann sich deutlicher abzeichnen.“ Beim jetzigen zweiten Quadrat ist Uranus rückläufig, damit ist es wahrscheinlich, dass die Neuerungen eher schwächer und die Versuch, die Macht und Strukturen zu erhalten, verbissener und stärker geführt werden. Aber der Wandel wird sich nicht aufhalten lassen.“

Beim jetzt fälligen dritten exaktem Quadrat am 21. Mai ist Uranus direktläufig und Pluto rückläufig, wir können demnach davon ausgehen, dass nun die möglicherweise revolutionären Veränderungen im Aufwind sind.

Vollmond Mai 2013

 

Ein astrologischer Höhepunkt im Mai 2013 ist der Vollmond am 25. mit der Sonne im Zwilling und dem Mond gegenüber im Schützen. Der Vollmond zeigt einige Planeten in den Zwillingen, hat demnach mit Beweglichkeit, Kommunikation und Reflexion zu tun. Andererseits steht er im Quadrat zu Neptun in den Fischen, spricht das Bedürfnis nach einem tieferen Sinn in dieser hektischen Zeit an. Der Vollmond symbolisiert wahre Spiritualität oder Religion im Gegensatz zu aufgesetzter Erkenntnis oder mehr oder weniger leerem Gerede (oder Geschreibsel). In den Tagen um den Vollmond kann ebenso Verwirrung herrschen wie die Möglichkeit zu tiefer innerer Einkehr, Versenkung und Selbsterkenntnis.

 

 

Merkur wechselt in den Krebs 31.05.2013

 

Am 31. Mai wechselt Merkur in den Krebs. Damit läuft er der Sonne voraus und erkundet schon einmal das Terrain, in das sie erst noch kommen wird. Im Merkur im Krebs sind Kommunikation und allgemein Austausch viel subjektiver und emotionaler gefärbt. So kann es natürlich auch zu Missverständnissen kommen, wenn sich die Regionen von Bauch (Gefühl) und Kopf (Denken) vermischen.

Mars wechselt in den Zwilling 31.0.5.2013

 

Am 31. Mai wechselt Mars in die Zwillinge. Nun befindet sich der Kriegsgott in den Sphären des Intellekts. Damit werden nun das Wort und die Feder seine bevorzugten Waffen werden. Es kann sein, dass jetzt viel gestritten wird. Andererseits wird auch viel Energie da sein, sich mit Informationen zu beschäftigen, zu schreiben, zu forschen, sich auszutauschen und viele kleine Projekte und Reisen zu unternehmen. Grundsätzlich wird unser Einsatz der Energie lockerer, aber weniger ausgerichtet. Es fällt uns mit Mars im Zwilling nicht leicht, bei einer Sache zu bleiben und Dinge zu Ende zu führen. Dieses ist eine gute Phase, um journalistisch tätig zu sein, oder auch, um Ideen auf Papier zu bringen.

Fortsetzungsroman: Annelore, der Guru und die Liebe Kapitel 54

April 30, 2013

Nach meinem ersten Roman: „Bagwan, Lana und der Rest“ habe ich einen zweiten Roman „Annelore, der Guru und die Liebe“ geschrieben. Diesen möchte ich als regelmäßigen Fortsetzungsroman auf meinem Blog anbieten.

54. Kapitel: Frankreich

Nach einer äußerst arbeitsreichen Woche habe ich nun ein paar Tage frei. Ich habe mich bei Annelore angemeldet und im Internet einen günstigen Flug ergattert. Von dort in Frankreich, wo ich landen werde, muss ich zwar noch über eine Stunde mit dem Zug fahren, aber insgesamt ist es so einfacher und billiger, als die ganze Strecke mit dem Zug zurückzulegen. Was nur unglaublich nervt, ist die strenge Kontrolle am Flughafen, auch wenn es zu unser aller Sicherheit ist. Und obwohl ich fliege, zieht es sich hin. Zuerst geht es nach Hamburg zum Flughafen. Netterweise fährt mich Max dorthin. Unser Gespräch im „Rest“ hat uns wieder sehr viel enger zusammen gebracht, und auf der Fahrt witzelt er darüber, dass ich ihm ja Annelore zuschustern könne, wenn ich sie nicht haben wolle. Mein Geisteszustand hat sich noch nicht stabilisiert. Das Gespräch mit Max hat mir zwar geholfen, trotzdem steigen immer wieder Bilder von Anna-Sophie auf und neulich habe ich sogar von ihr geträumt. Es ist ein richtiger Alptraum gewesen, in dem sie in einer Burg gefangen gehalten wurde und ich sie befreien wollte, was mir im Traum aber aus unterschiedlichsten Gründen nie gelang. Ich war schweißgebadet, als ich danach aufwachte. Inzwischen glaube ich nicht, dass der Traum aussagen sollte, dass Anna-Sophie in irgendeiner Zwischenwelt gefangen ist, sondern er reflektiert mehr meine eigenen Ängste darum. Nichtsdestotrotz ist das für mich ein klares Zeichen, dass ich mit dem Thema noch nicht durch bin. Andererseits fühle ich mich nicht mehr so konsequent in mir eingeschlossen und manchmal scheint sich der Raum zu öffnen, aber es ist nicht mehr so, wie nach meiner Rückkehr aus Indien. Interessant ist, dass ich weiterhin Einladungen zu Meetings bekomme und dass auch Britta und Monika aus Hannover ihre Bereitschaft bekundet haben, jederzeit wieder mit mir arbeiten zu wollen. Aber das kann ich mir im Moment so gar nicht vorstellen. Jetzt schaue ich in Richtung Frankreich und Annelore und dann wird man weitersehen. Max liefert mich am Flughafen ab, wir umarmen uns zum Abschied, und schon bald sitze ich im Wartebereich. Gerade auf Flug- und Zugreisen kann ich gut beobachten, wie alles aus sich heraus geschieht. Wie willenlos wird man von einem Ort zum anderen verschifft. Hier hat man sich anzustellen, dort zu warten, hier sitzt man eine Weile, dann wird man aufgerufen und trippelt wie die Lemminge zum Flugzeug, dort sitzt man bald wieder. Das Flugzeug hebt ab, fliegt und landet, man wird durch die Gepäckabfertigung und den Zoll gelotst. In dem Moment, wo ich die Schalterhalle des doch eher kleinen Flugplatzes in Südfrankreich betrete, habe ich das erste Mal wieder das Gefühl, selbst bestimmen zu können. Es ist angenehm warm, die Menschen sehen gut aus und ich höre an allen Ecken das vertraute Französisch. Ich gönne mir in klassischer Manie einen Milchkaffee und ein Croissant. Jetzt fühle ich mich in Frankreich. Ich wähle die Nummer von Annelore und sie ist sofort dran, so als hätte sie nur auf meinen Anruf gewartet, was ja auch richtig ist und sie überrascht mich positiv, indem sie sagt, dass sie mich abholen kommt. Sie fährt jetzt los und wird in ungefähr einer Stunde bei mir sein. Wieder einmal fügt sich alles zum Besten. Ich kaufe mir eine Zeitschrift, trinke noch einen Kaffee und warte auf ihr Erscheinen.

Fast spüre ich sie mehr, als dass ich sie sehe. Aber sie zu sehen, ist wieder einmal ein Erlebnis. Sie betritt den Flughafen und ich habe mich extra so hingesetzt, dass ich sehen kann, wenn jemand hereinkommt. Ihr Erscheinen ist fast wie ein Auftritt. Sie sieht einfach fantastisch aus. Sie trägt die Haare länger und offen und diese wehen hinter ihr her, als sie auf mich zuläuft. Sie ist modisch angezogen, trägt braune Stiefel, einen dunklen kurzen Rock mit einem breiten Gürtel und darüber eine weiße Bluse mit einer dunklen Strickjacke. Sie läuft auf mich zu, ich stehe auf und wir fallen uns in die Arme und das so dekorativ, dass die Menschen in unserer Umgebung das mitbekommen. Aber wir sind in Frankreich und dort liebt man das Ausleben und Zeigen von Gefühlen, und während ich sie in meinen Armen halte, ihren süßen Geruch einatme und ihre schönen Haare mein Gesicht kitzeln, kann ich den einen oder anderen Franzosen lächeln sehen, und einer von ihnen deutet sogar ein Klatschen an. Es tut gut, Annelore zu spüren und für einen wunderbaren Moment hält die Zeit an und Glück und Frieden sind da.

Sie fragt mich, ob wir los wollen und wir gehen zu ihrem Wagen. Wir haben viel miteinander zu reden und das Gespräch ist anregend und lustig. Annelore freut sich aufrichtig mich zu sehen und lacht viel. Schon jetzt ist mir klar, warum ich mich in sie verliebt hatte und ich erfreue mich an diesem Gefühl. Wir sind auf dem Weg zu Annelore`s Wohnung. Die Fahrt ist kurzweilig. Ich vermeide bewusst alle ernsten und traurigen Themen, ich will unser Wiedersehen nicht gleich damit belasten. Außerdem macht Annelore solch einen glücklichen Eindruck und das möchte ich nicht zerstören.

Sie wohnt weiterhin in der Wohngemeinschaft mit Maya und Virginie. Beide sind zu Hause und stürmen auf uns zu. Ich weiß gar nicht, wie mir geschieht, denn plötzlich sind drei hübsche Frauen um mich, küssen mich auf die Wangen und reden französisch auf mich ein. Annelore macht dem ein Ende, indem sie Maya sagt, dass sie Kaffee kochen und Virginie, dass sie Brot holen soll. Schon bald darauf sitzen wir in der Küche, trinken Kaffee, essen Brot mit Marmelade und unterhalten uns. Später zeigt mir Annelore, wo ich schlafen kann, es gibt in der WG einen kleinen Raum, den sonst keiner nutzt und der als Abstellkammer dient. Dahin werde ich also abgestellt. Es ist etwas mühsam, das auf französisch zu erklären, aber als es gelungen ist, finden es alle lustig. Natürlich gibt es am Abend noch eine Party, zu der wir alle hingehen und zu der ich selbstverständlich auch eingeladen bin.

Am Abend ziehe ich also dann mit drei wunderschönen Frauen auf die Party. Die drei haben sich richtig ins Zeug gelegt und sich fantastisch zurecht gemacht, vor allem Annelore sieht zum Anbeißen aus, aber ich kann die ausgelassene Party-Stimmung nicht wirklich teilen. Ich gebe mir zwar Mühe, dass es nicht so offensichtlich ist, aber in mir laufen viele Prozesse ab und ich habe das Gefühl, dass ich gar nicht wirklich hier bin. Es ist so, als wenn es mehrere parallele Wirklichkeiten gibt und ich in allen präsent bin, doch meine Hauptenergie ist in einer anderen Realität und deswegen bleibt für diese nur wenig übrig. Annelore bekommt schon mit, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt. Ein paarmal schaut sie zu mir rüber, und dabei lässt sie die Partymimik fallen und echte Gefühle zeigen sich auf ihrem schönen Gesicht, aber ich kann und will in dieser Situation nicht mit ihr darüber sprechen. Vor allem auch, weil ich gar nicht so genau weiß, was eigentlich passiert, ich merke nur, dass etwas passiert. Die Party ist laut, wild und vollgestopft mit Menschen. Maya und Virginie mischen sich sofort unters Volk, Annelore bleibt etwas unschlüssig bei mir stehen. Es läuft irgendeine verrückte französische Rap- oder Funkmusik, überall stehen Getränke und Aschenbecher. Der Schutz der Nichtraucher wird hier sehr klein geschrieben. In allen Räumen  wird getanzt. Ich sage zu Annelore, dass ich auf Toilette muss, gehe aber auf den Balkon. Auch hier stehen viele Leute rum, ich sage schüchtern hallo und werde gleich auf meinen Akzent angesprochen. Um das Gespräch davon wieder weg zu lenken, frage ich nach einer Zigarette. Ich habe zwar aufgehört, habe jetzt aber ein großes Verlangen nach einer Zigarette. Ein als Punk der alter Schule aufgemachter Typ bietet mir stattdessen einen Joint mit den Worten, <<Rauch man lieber das!>>, an.

Da kann ich nicht nein sagen und ziehe an dem Ding. Nahezu sofort bin ich total stoned. Die Gedanken, die mich eben noch beschäftigt haben, sind weg. Stattdessen bin ich ganz in der Gegenwart und nehme die Schönheit der Menschen um mich herum wahr, auch die Musik hat ihren Schrecken verloren und kommt mir jetzt sehr rhythmisch vor. Ich verlasse den Balkon, nehme mir ein Bier und tanze ein wenig. Ich habe dabei die Augen geschlossen und lasse mich von dem Beat und meinen Gefühlen leiten. Ich öffne die Augen und Maya tanzt direkt neben mir, ich lächele sie an, sie lächelt zurück. Später bin ich in der Küche, trinke ein weiteres Bier und beteilige mich am Gespräch über die Unterschiede der europäischen Völker in dieser modernen und verrückten neuen Zeit. Auch wenn mir oftmals die richtigen französischen Worte fehlen, hören mir viele Leute zu. Nach einiger Zeit flüchte ich aus der Küche, obwohl mich einige zurückhalten wollen. Ich trinke noch ein Bier und suche Annelore. Ich finde sie auf einer Tanzfläche. Ich schreie ihr zu, dass ich sie gesucht habe und sie schreit zurück, dass sie mich gesucht hat. Als ich zu ihr sage, dass wir uns ja jetzt gefunden haben, stoppt die Musik für einen Moment und meine Worte kommen lauter heraus, als ich das beabsichtigt habe. Daraufhin legt Annelore mir beide Arme um den Hals und küsst mich auf den Mund. Ich spüre Liebe und Verlangen und erwidere den Kuss. Wir stehen bestimmt einige Minuten mitten auf der Tanzfläche und küssen uns. Es ist wunderschön. Es ist genauso, wie es sein soll und dann kommen wieder Bilder in mir hoch, von Anna-Sophie und ihrem zerschmetterten Körper und abrupt löse ich mich aus der Umarmung. Ich stammele nur, dass ich das nicht kann und renne raus. Ich spüre mehr, als dass ich es höre, dass mir Annelore ein paar Schritte lang folgt, doch ich knalle die Tür hinter mir ins Schloss. Ich renne ohne Luft zu holen einige Minuten, dann halte ich an. Das Bier, der Joint, die Küsse, die Musik, alles in mir ist wie ein Brei, der in Aufruhr geraten ist. Ich hole tief Luft und allmählich beruhige ich mich. Etwas hat sich gelöst. Ich kann den Prozess zwar nicht überblicken, aber irgendetwas ist passiert. Ich spüre, wie sich der Komplex um den Unfall von Anna-Sophie gelöst hat, da ist jetzt wieder mehr Raum in mir. Ich weiß, dass diese Geschichte mich den Rest meines Lebens begleiten wird, aber sie wird mich nicht mehr einnehmen können. Ich bin tatsächlich frei, aber ich bin auch breit und mir ist kalt. Also gehe ich zur Party zurück, Annelore ist aber schon gegangen. Ich setze mich an die Tanzfläche, trinke ein Wasser und lasse alles an mir vorüberziehen. Es geht mir gut. Natürlich ist es sehr schade, dass Annelore nicht mehr da ist, aber ich werde schon einen Weg finden, zu ihr zu kommen und dann wird man sehen, wie es weitergeht.

Tageshoroskop 30. April 2013 als Video

April 30, 2013

Auf Giesow.de und Sternzeichen.net gibt es sie schon, jetzt möchte ich auch meine Freunde vom Astrobum-Blog daran teilhaben lassen. Inzwischen sind immer mehr Menschen zu beschäftigt und zu sehr mit Informationen überfrachtet, als das sie Zeit und Lust haben, sich lange Texte durchzulesen. Da bietet sich die Form des Videos an. In diesen in regelmäßigen Abständen veröffentlichten Videos biete ich meine Interpretation der astrologischen Konstellationen des Tages als Tageshoroskop an. Im Original auf Youtube liegt das Video in besserer Qualität vor.

Fortsetzungsroman: Annelore, der Guru und die Liebe Kapitel 53

April 29, 2013

Nach meinem ersten Roman: „Bagwan, Lana und der Rest“ habe ich einen zweiten Roman „Annelore, der Guru und die Liebe“ geschrieben. Diesen möchte ich als regelmäßigen Fortsetzungsroman auf meinem Blog anbieten.

53. Kapitel: Soll ich oder soll ich nicht?

Am Abend maile ich mit Annelore und erzähle ihr von meinen Erlebnissen mit Rahula. Sie ist begeistert, freut sich für mich und schlägt mir erneut vor, sie in Frankreich besuchen zu kommen. Da ich aber noch nicht so lange wieder arbeite, kann ich keinen Urlaub nehmen, merke aber, dass ich mir nach dem Abend mit Rahula eine Reise nach Frankreich gut vorstellen kann. Am späteren Abend höre ich Musik von David Sylvian und denke konkret darüber nach, wie es wäre, Annelore in Frankreich zu besuchen. Soll ich oder soll ich nicht fahren? Das ist hier die Frage.

Am nächsten Tag treffe ich meine Chefin auf dem Weg zur Arbeit. Wir gehen ein Stück gemeinsam und reden miteinander. Ich frage sie, ob es möglich ist, dass ich ein paar Tage voll arbeite und dann ein paar Tage frei mache, da ich gern meine Freundin in Frankreich besuchen möchte. Sie verspricht mir, darüber nachzudenken und später, kurz vor Feierabend, bittet sie mich in ihr Büro und bejaht meinen Vorschlag. Passt ihr ganz gut, sagt sie, da sie nächste Woche eher unterbesetzt und die Woche darauf eher wieder überbesetzt sind. Dann steht meinen Reiseplänen ja nichts mehr im Weg. Außer meinen Gedanken natürlich, denn ich bin über Anna-Sophie noch nicht hinweg, und wenn ich zu Annelore fahre, dann ist es leicht möglich, dass zwischen uns etwas läuft und das empfinde ich als Betrug an Anna-Sophie. Andererseits möchte ich Annelore gern wiedersehen und will mich nicht künstlich blockieren. So bin ich hin und hergerissen und weiß nicht recht weiter. Also rufe ich Max an und frage ihn, ob er am Abend Zeit für mich hat.

Wir treffen uns in seinem Stammlokal, dem „Rest“. Rest ist tatsächlich ein merkwürdiger Name für eine Kneipe und die Geschichte dazu ist so: Als die Vorbesitzer pleite waren, hatte Hotte den Laden übernommen, da aber ein Teil des Inventars schon weg war, hat er den Laden dann den „Rest“ genannt und so sieht es dort auch aus. Aber man kann dort in Ruhe sitzen, günstiges Bier trinken und Musik aus den siebziger Jahren hören. Als ich ankomme, ist Max schon da, sitzt am Tresen und schnackt mit Hotte. Wir umarmen uns etwas unbeholfen zur Begrüßung, denn unsere Freundschaft ist noch nicht wieder das, was sie früher war. Nach ein paar Sätzen zur Einleitung komme ich relativ schnell auf den Punkt.

<<Max, ich muss mal mit jemanden reden.>>, beginne ich das Gespräch. Max lässt mich meinen nächsten Satz gar nicht erst anfangen und kommt selber mit einem Thema.

<<Interessant, dass du mich jetzt wieder um Rat fragst. Als großer Guru hattest du das ja wohl nicht nötig!>>, sagt er und ich erkenne, wie tief verletzt er sein muss, denn Max ist im Grunde ein pflegeleichter Freund, den nichts so schnell aus der Bahn wirft, der einem wenig übel nimmt und nie beleidigt ist. Ich zucke mit den Augenbrauen und weiß nicht recht, was ich sagen soll.

<<Mensch Roman, du bist mein bester Freund. Ich kenne dich, seit du ein kleiner Junge warst und ja, du warst immer irgendwie merkwürdig. Du hast da Fragen gestellt, wo keiner Antworten hatte. Und ja, unsere Gespräche waren mir oft zu hoch, ich konnte dir da oft nicht folgen, aber es hat mich auch bereichert.>>

Ich unterbreche ihn an dieser Stelle und sage: <<Max, nun lass mal die Kirche im Dorf….>>

<<Nee, das muss jetzt auch mal gesagt werden.>>

Ich will ihn wieder unterbrechen, aber er nimmt meinen Arm, wie, um mir auch körperlich zu demonstrieren, dass er jetzt dran ist. Doch er wird unterbrochen, denn wir bekommen die nächsten Biere und immer wieder kommen Leute in den Laden und latschen an uns vorbei. Max kennt die meisten und viele bleiben stehen, um kurz mit ihm oder uns zu quatschen, dann nimmt er den Gesprächsfaden wieder auf, als wäre nichts gewesen.

<<Roman, wenn du eine Band hast, dann ziehen alle am gleichen Strang. Man probt gemeinsam, versucht sich musikalisch zu verbessern und vielleicht hat man dann hier und da einen kleinen Auftritt. Das funktioniert solange gut, wie alle Mitglieder der Band ungefähr gleich gut sind. Wenn sich aber herausstellt, dass einer einfach mehr Talent hat, zu Höherem berufen ist, dann ist das Schicksal der Band besiegelt. Du bist so jemand mit einem besonderen Talent. Das warst du schon immer, da kannst du fragen, wen du willst. Und für mich war es nur eine Frage der Zeit, bis du aufwachst und etwas daraus machst.>>

Hier macht er eine Pause, um einen kräftigen Schluck aus seinem Glas zu trinken. Ich hüte mich, schon jetzt etwas dazu zu sagen. Hotte legt „Free“ auf und der alte Gassenhauer „Allright now“ fegt durch die Kneipe. Hier und da singen einige mit, Max trommelt den Rhythmus mit seiner Bierflasche auf dem Tresen mit, wendet sich dann wieder mir zu und fährt fort:

<<Als du nach Frankreich, nach Hamburg, nach Indien und schließlich nach Hannover gegangen bist, war das für mich nur folgerichtig. Endlich, habe ich gedacht, und wenn du dich gemeldet hättest, wäre ich auch mal zu einem deiner Vorträge gekommen.>>

Ich verbessere ihn an dieser Stelle nicht, frage mich beim Zuhören aber selber, warum ich mich eigentlich nicht bei ihm oder den anderen gemeldet habe. Die einfache, wie auch verstörende Antwort ist, dass ich nicht daran gedacht habe. Ich war so vollständig in der Gegenwart, dass die Vergangenheit nicht nur nicht für mich existierte, sondern sogar die Vorstellung einer Vergangenheit  nicht vorhanden war. Aber auch das sage ich nicht, sondern lasse Max seinen Monolog zu Ende bringen.

<<Mensch, ich war immer über dich und deine Aktivitäten informiert. Ich habe sogar Annelore gemailt und war geschockt, dass ihr euch in Indien getrennt habt. Im Internet habe ich deine Sachen verfolgt und war stolz darauf, dass mein Freund es so weit gebracht hat, auch wenn ich von dem Zeugs, was du da gemacht hast, nichts verstehe. Als ich dann ein Foto von dir und Anna-Sophie gesehen habe, dachte ich, ja, jetzt hat er es geschafft, er sieht glücklich aus. Was dann passiert ist, tut mir leid für dich, aber nun bist du da und willst meinen Rat. Gut. Ich stehe dir zur Verfügung, nur, das musste ich mal loswerden.>>

Ich bin gerührt und verlegen gleichermaßen. Wieder geht mir der Ausspruch des Buddha durch den Kopf, in dem er die Wichtigkeit edler Freundschaft betont.

<<Danke Max, das bedeutet mir viel, was du gesagt hast.>>, sage ich, wir schauen uns einen Moment lang an, nehmen dann wie abgesprochen unser Bier, stoßen an… <<auf die Freundschaft!>>, und für einen Moment ist Stille. Auch die Musik hört für einen Moment lang auf und ich spüre die Verbundenheit zwischen Max und mir, zwischen den Menschen in der Kneipe und mir und bin eins mit allem. Der Moment vergeht, die Musik setzt mit einem Deep Purple Kracher wieder ein und Max fragt mich, was ich denn ursprünglich eigentlich von ihm wissen wollte.

<<Bevor ich zu meinem endlosen Monolog angesetzt habe.>>, scherzt er.

Ich besinne mich und erzähle ihm von meinem Konflikt mit der Reise nach Frankreich. Ich setze ihm auseinander, dass ich einerseits Annelore gern wiedersehen möchte, dass ich aber auch das Gefühl habe, Anna-Sophie zu verraten. Nachdem ich ihm die ganze Geschichte erzählt habe, verblüfft mich Max erneut, indem er sagt:

<<Predigst du nicht immer, dass wir im Jetzt leben und zu den Gefühlen stehen sollen, die eben jetzt da sind. Fahr doch hin und dann siehst du vor Ort, was wirklich wirklich ist.>>, sagt er und grinst.

<<Na, bin ich ein guter Schüler?>>, setzt er noch nach und ich erwidere:

<<Ein besserer als der Lehrer selbst.>>

Tageshoroskop 29. April 2013 als Video

April 29, 2013

Auf Giesow.de und Sternzeichen.net gibt es sie schon, jetzt möchte ich auch meine Freunde vom Astrobum-Blog daran teilhaben lassen. Inzwischen sind immer mehr Menschen zu beschäftigt und zu sehr mit Informationen überfrachtet, als das sie Zeit und Lust haben, sich lange Texte durchzulesen. Da bietet sich die Form des Videos an. In diesen in regelmäßigen Abständen veröffentlichten Videos biete ich meine Interpretation der astrologischen Konstellationen des Tages als Tageshoroskop an. Im Original auf Youtube liegt das Video in besserer Qualität vor.

Fortsetzungsroman: Annelore, der Guru und die Liebe Kapitel 52

April 26, 2013

Nach meinem ersten Roman: „Bagwan, Lana und der Rest“ habe ich einen zweiten Roman „Annelore, der Guru und die Liebe“ geschrieben. Diesen möchte ich als regelmäßigen Fortsetzungsroman auf meinem Blog anbieten.

52. Kapitel: Eine bedeutsame Begegnung

So wie der Herbst voranschreitet, wachse ich in mein neues und gleichzeitig altes Leben hinein. Den halben Tag arbeite ich im Heim, die andere Hälfte habe ich frei. Ich lese viel, gehe spazieren und lasse es zu, dass die Wunden allmählich heilen. Ich schreibe regelmäßig mit Annelore und unsere Mails sind mir jeden Abend wieder eine große Freude. Sie konzentriert sich auf ihr Studium und lädt mich jeden zweiten Abend zu sich nach Frankreich ein. Ich besuche jetzt regelmäßig meine Eltern, und selbst mein Vater lässt sich ab und zu dazu herab, sich mit uns an den Tisch zu setzen und dem Gespräch zuzuhören, was meine Mutter und ich bestreiten. Am letzten Wochenende bin ich das erste Mal wieder in Hannover. Ich bin ganz bewusst an all die Stellen gegangen, die mit meiner Vergangenheit zu tun haben. Ich habe meine alte Wohnung und Brittas Buchhandlung besucht. Sie hat sich sehr gefreut und mich erneut zu ihrem spirituellen Gesprächskreis eingeladen, was ich aber abgelehnt habe. Ja, und ich bin an der Unfallstelle gewesen. Das ist ein schwerer Gang für mich gewesen und ich war ganz zittrig danach. In einem Café in der Nähe habe ich einen Kaffee und zur Beruhigung einen Cognac getrunken, dann habe ich mich soweit gefasst, dass ich zu Hanna und Emil gehen konnte. Hanna hat mir sofort angesehen, dass ich mit meiner Vergangenheit zu tun habe und hat vorgeschlagen, dass wir drei in den Zoo gehen sollten. Natürlich ist es dort sehr voll gewesen, so dass wir kaum die begehrtesten Tiere zu sehen bekommen haben, aber Emil hat sich nach vorne gedrängelt und hat hinterher davon berichtet, wie aufregend Löwe, Elefant und Krokodil gewesen sind. Dieser Ausflug hat absolut seinen Zweck erfüllt, denn er hat mich abgelenkt, mich auf andere Gedanken gebracht. So kann ich den Besuch in Hannover als Erfolg und als einen weiteren Schritt auf dem Weg zur inneren Genesung verbuchen. Auf dem Rückweg habe ich ein Plakat mit der Information gesehen, dass Rahula wieder unterwegs ist. Auch ein Termin in Hamburg ist dabei, den ich mir gleich gemerkt habe.

Nun zurück zu Hause, denke ich darüber nach, nächste Woche nach Hamburg zu fahren und Rahula zu begegnen. Die Begegnung mit ihm hat damals so einiges in Gang gebracht, vielleicht kann seine Präsenz mir helfen, noch mehr zu mir zu finden, denn eine Sache hat sich seit dem Unfall nicht geändert oder verbessert. Immer noch fühle ich mich von der Quelle abgeschnitten, habe das Gefühl, in mir eingesperrt zu sein, aber im Gegensatz zu vielen anderen, die von diesen Dingen so gar nichts wissen, kann ich mich gut an das Gefühl erinnern, verbunden zu sein.

Wieder zeigt sich das Phänomen im Leben, dass alles in Zyklen und Kreisen verläuft. Mit der Begegnung mit Rahula sind viele wichtige Dinge in meinem Leben in Gang gebracht worden und jetzt steht ein weiteres Treffen mit ihm bevor. Ich bin aufgeregt, aber auf eine andere Weise als damals. Mit dieser Begegnung erhoffe ich mir Aufschluss darüber, ob der Zustand der Trennung so bleiben wird oder ob seine Präsenz dafür sorgen kann, dass eine neue Verbindung wiederhergestellt wird. Vielleicht ist Rahula einmal mehr ein Bote, ein Botschafter des Göttlichen und kann hoffentlich in meinem Fall als Katalysator wirken. Dementsprechend nervös bin ich, als ich in Hamburg den Raum betrete. Ich sehe, dass mich der eine oder andere erkennt und mancher winkt mir sogar freundlich zu. Trotzdem oder gerade deswegen bin ich froh, als ich einen Platz finde und mich setzen kann und ein wenig in der Anonymität der Menge verschwinde. Dann beginnt wieder das so heilsame Warten darauf, dass der Meister erscheint. Bei uns im Westen kennen wir das so wertvolle Verhältnis vom Schüler zum Meister, zum Guru nicht. Das kommt in unseren religiösen Wurzeln nicht vor und wird deswegen häufig sehr misstrauisch beäugt. Guru heißt wörtlich übersetzt, der, der die Dunkelheit vertreibt. Mit Dunkelheit ist hier die innere Dunkelheit gemeint, die uns davon abhält, unsere wahre Natur der Göttlichkeit zu erkennen. Stattdessen glauben wir, dass wir die Person, dass wir der Körper sind und aus diesem Irrglauben heraus entstehen alle möglichen Ängste, von denen die Angst vor dem Tod die größte ist. Unglaublich viele Dinge werden nur aus dem Grund unternommen, um die Angst vor dem Tod zu verdrängen oder um möglichst viel aus dem Leben herauszuholen, bevor es zu Ende ist. Dabei sind wir nicht der Körper und wir sind auch nicht die Person, die den Körper bewohnt, wir sind grenzenloses Bewusstsein und für uns gibt es keinen Tod. Ich hatte das große Glück, diese Erfahrung machen zu können und damit war auch die Angst vor dem Tod und alles, was damit zusammenhängt, zu Ende. Doch nun fühle ich mich wieder in mir eingeschlossen und zum Spaß habe ich neulich sogar gesagt, dass ich nur Körper bin. Doch damit habe ich die Verkapselung, in die ich durch das traumatische Erlebnis um den Tod von Anna-Sophie gekommen bin, nur humorvoll oder zynisch verpackt. Diese Gedanken gehen mir durch den Kopf, als ich darauf warte, dass Rahula erscheint. Neben mir sitzt eine Frau, die tief versunken erscheint und wieder einmal wird mir klar, dass wir nicht in andere Menschen hineinsehen können. Ich gehe jetzt zwar davon aus, dass sie tief versunken ist und dabei wunderbare Seinszustände erlebt, aber das ist im Grunde nichts anderes als eine Projektion von mir, denn vielleicht ist sie von tiefsten depressiven Gedanken geplagt und sieht nur so versunken aus. Mit dem Verklingen dieses Gedanken bemerke ich, dass ein Raunen und ein Rücken durch den Raum geht und das ist meistens ein Zeichen dafür, dass etwas geschieht und das kann in diesem Fall nur bedeuten, dass Rahula den Raum betreten hat. Und so ist es auch. Wie immer verbeugen wir uns vor ihm und er sich vor uns. Er sagt, dass wir damit das Göttliche in ihm ehren und er das Göttliche in uns. Ich bemerke, dass ich darauf warte, dass irgendetwas Besonderes in mir geschieht, aber dieses Warten blockiert alles, was geschehen könnte. So ist es sicherlich vielen Menschen in meinen Meetings ergangen. Auch sie haben beobachtet, wie ihre Nachbarn tolle Gefühle erlebten und fragten sich dabei, was mit ihnen verkehrt ist, dass es ihnen nicht so ergeht.

Rahula setzt sich und es beginnt eine Phase der Stille. Auch in der Stille schaffe ich es, weiter zu denken. In den alten Schriften, den Veden und ähnlichen, steht, dass Trennung eine Illusion ist und dass alles Bewusstsein ist. Manch einer geht aber noch weiter und sagt, dass da letztlich nur die Stille ist. Eine Stille, die in sich potentiell alles enthält. Davon bin ich im Moment weit entfernt, denn philosophische Gedanken wechseln sich mit Überlegungen zu meinem Alltag ab. Tatsächlich ist da Stille, aber diese ist für mich nur im Außen, innen ist da eher Fülle. So bin ich ganz erleichtert, als Rahula diese Phase beendet und anfängt zu sprechen. Wie ich es schon so oft erlebt habe, scheint er genau meine Problematik anzusprechen, denn sein Thema ist der Wechsel zwischen Erwachen und Schlafen. Ähnlich wie der Normalbürger es Tag für Tag erlebt, so sagt Rahula, dass sich wache Phasen mit Schlaf und Traum abwechseln, so ist es für viele auch in ihren inneren  Prozessen. Man macht eine Erkenntnis und freut sich und denkt, jetzt habe ich es, und dann passiert etwas und die tolle Erkenntnis verschwindet wieder dahin, woher sie gekommen war. Ich nicke lebhaft mit dem Kopf und bin jetzt sehr gespannt, was er als nächstes sagen wird.

<<Und>>, so holt er aus, <<ist das schlecht, dass es so ist? Nein, denn ebenso wie der Wechsel von Wachzustand und Schlaf gewollt und gesund ist, ist auch hier der Wechsel zwischen Momenten der höheren Einsichten und welchen scheinbar größerer Verblendung so gewollt. <<Denn>>, hier macht er eine Pause und sieht einige Menschen für längere Momente still an. <<denn, wenn es nicht so von der Schöpfung, von Gott, vom Kosmos, gewollt wäre, dann wäre es nicht so. Das Ego ist also nicht verantwortlich, dass wir auch im Leben wieder einschlafen, statt immer wach zu sein, sondern das Ego kommt ins Spiel, weil es das, was ist, ablehnt. Immer, wenn wir etwas ablehnen, machen wir uns zu weniger, als wir sein könnten und das, was wir ablehnen, sind wir ja auch und so spalten wir uns und sind daher selbst für die Trennung verantwortlich, unter der wir dann so leiden.>>

Wieder macht Rahula eine längere Pause und sieht diesmal auch mich an, es durchfährt mich dabei, als wenn sich ein Laserstrahl durch all meine Schichten, Gefühle und Gedanken bohrt und erst da zu stehen kommt, wo ich nicht mehr bin. Aber er ist noch nicht fertig, es gibt noch mehr zu sagen.

<<Ja und was können wir jetzt tun? Wir können uns, unser Leben und all die darin befindlichen Prozesse annehmen und sogar lieben.>>

Da regt sich Protest in mir. Ich soll lieben, was mit Anna-Sophie passiert ist, ich soll meinen Absturz annehmen. Alles mit der spirituellen Paste des alles-ist-gut-so-wie-es-ist zudecken. Das kann ich nicht und das will ich auch nicht. Ich ich ich. Ich werde noch verrückt. Aber Rahula ist immer noch nicht fertig.

<<Liebe ist die größte Kraft im Universum, sie ist das Universum. Letztlich sind wir alle nichts anderes als individuelle Ausformungen der Liebe und es ist die größte denkbare Ironie, dass es Menschen gibt, die auf der Suche nach Liebe sind. Das ist dann wirklich so ähnlich wie der Fisch, der das Wasser sucht und jeden, den er auf seiner Suche trifft, sagt ihm, es umgibt dich, du befindest dich genau darinnen. Du musst das Wasser nicht suchen. Wir müssen die Liebe nicht suchen, wir sind Liebe, wir sind von ihr umgeben und durchdrungen. Deshalb gilt es immer wieder dahin zurückzukehren und sich der Liebe zuzuwenden. Alles andere ist nur Verblendung.>>

Damit schließt Rahula seinen wirklich inspirierenden kleinen Vortrag und steht für Fragen zur Verfügung. Freundlich lächelnd fordert er uns auf, davon Gebrauch zu machen. Eine mittelalte Frau steht auf, lässt sich das Mikrophon reichen und erzählt, dass ihre kleine Tochter vor drei Jahren an Leukämie gestorben ist. Niemand konnte etwas machen, trotz intensiver und schmerzhafter Behandlung im Krankenhaus ist sie schließlich gestorben. Sie war ihr einziges Kind, und ihr Mann hat das alles nicht verkraftet und sie schlussendlich verlassen, und nun ist sie ganz allein. Sie versteht nicht, warum das Göttliche sich an solchen grausamen Geschichten freut und wie sie das bitte schön lieben soll. Wieder bin ich verblüfft, weil das im Prinzip genau meine Frage ist. Eine Woge von Traurigkeit und Mitgefühl schwappt durch die Menge und ich sehe einige, die sich verstohlen oder ganz offen die Tränen aus dem Gesicht wischen. Ich bin einfach nur gespannt, was Rahula darauf antwortet. Er hört der Frau genau zu, ist ihr zugewandt und lässt sie dann zu sich nach vorne bringen. Dort streicht er ihr mit seiner Hand mehrfach über Schultern und Rücken, worauf die Frau anfängt zu weinen. Er lässt sie, legt ihr, als sie sich etwas beruhigt hat, die Hand auf dem Kopf und lässt sie da eine ganze Weile liegen.

<<Nicht immer sind Worte hilfreich. Oft ist es wichtiger, dass wir für den anderen da sind und ihm auch körperlich zeigen, dass wir für ihn da sind. Wenn der Schmerz zu stark ist, können wir oft Erkenntnisse nicht zulassen, lehnen diese sogar als herzlos ab. Später können wir erkennen, welches Geschenk wir durch diese traumatischen Erlebnisse eigentlich bekommen haben. Denn sie helfen uns zu erkennen, wer wir wirklich sind. Auch, wenn es hart klingt, brauchen manche von uns einen etwas lauteren Weckruf. Aber versteht mich nicht falsch, das soll kein Argument gegen Mitgefühl sein, ganz im Gegenteil.>>

Bei diesen Worten von Rahula passiert etwas in mir. Als er Weckruf erwähnt, spüre ich, wie sich eine Verkrampfung, ein Klammern, in mir löst, das etwas los lässt. Der Raum öffnet sich wieder etwas mehr und ich fühle mich sofort nicht mehr so eingesperrt, so isoliert. Während der weiteren Fragen schaut mich Rahula ein weiteres Mal direkt an und ich lächele ihn an und nicke ihm zu und er nickt zurück. Der Abend endet für mich sehr viel positiver, als er begonnen hat und ich bin sehr froh, dass ich da gewesen bin.

Tageshoroskop 26. April 2013 als Video

April 26, 2013

Auf Giesow.de und Sternzeichen.net gibt es sie schon, jetzt möchte ich auch meine Freunde vom Astrobum-Blog daran teilhaben lassen. Inzwischen sind immer mehr Menschen zu beschäftigt und zu sehr mit Informationen überfrachtet, als das sie Zeit und Lust haben, sich lange Texte durchzulesen. Da bietet sich die Form des Videos an. In diesen in regelmäßigen Abständen veröffentlichten Videos biete ich meine Interpretation der astrologischen Konstellationen des Tages als Tageshoroskop an. Im Original auf Youtube liegt das Video in besserer Qualität vor.

Fortsetzungsroman: Annelore, der Guru und die Liebe Kapitel 51

April 25, 2013

Nach meinem ersten Roman: „Bagwan, Lana und der Rest“ habe ich einen zweiten Roman „Annelore, der Guru und die Liebe“ geschrieben. Diesen möchte ich als regelmäßigen Fortsetzungsroman auf meinem Blog anbieten.

51. Kapitel: Zurück auf Start

Viele Menschen würden es als Niederlage sehen, wenn sie in ihre Heimatstadt zurückkehren und den Job wieder übernehmen müssten, den sie für etwas besseres aufgegeben hatten. Mir geht es nicht so. Als ich zurückkomme, habe ich eher das Gefühl, nach langer Krankheit eine Kur anzutreten. Meine paar Sachen habe ich schnell in meiner Wohnung verstaut, die Vorstellung bei der Altenpflegestelle ist problemlos, da ich noch viele dort kenne. Ich rufe Max an. Nach meinem Wegzug mit Annelore hatten wir nur wenig Kontakt, trotzdem freut er sich sehr, als ich mich bei ihm melde und ihm sage, dass ich wieder da bin. Er organisiert für den Abend einen Kneipenbummel mit ein paar alten Freunden. Es ist lustig und heilsam, die alten Kumpanen wieder zu treffen und zuerst, als wir noch nüchtern sind, muss ich von meinem Leben erzählen. Sie schütteln den Kopf, als ich von Indien und meinen Meetings erzähle und sind mit mir traurig, als sie  von Anna-Sophie erfahren. Aber schon bald helfen die vielen Biere und wir sind beim alten Ton angekommen. Max und Sven rauchen nicht und so fällt es auch mir relativ leicht, es zu lassen. Nachdem mich Annelore wieder aufgebaut hat, habe ich gleich versucht, das Rauchen wieder aufzugeben, was mir erstaunlicherweise sehr leicht fiel, auch, weil ich ja nur wenige Tage wieder geraucht hatte.

<<Die Leute haben Geld dafür bezahlt, dass du ihnen Weisheiten erzählt hast?>>, will der schon recht angetrunkene Sven wissen.

<<Nun ja, es lief meistens auf Spendenbasis.>>, werfe ich ein, aber Max springt für mich in die Bresche.

<<Erinnere dich, Roman hat man auch in der Schule schon zugehört…>>, die anderen nicken. <<Und haben die meisten von uns sich nicht gewundert, dass er nicht mehr aus sich gemacht hat.>>

<<In die Politik!>>, ruft Simon dazwischen.

<<Kannst du immer noch machen.>>, greift Max den Faden auf.

<<Ganz ruhig Jungs, aber lasst mich doch erstmal zur Ruhe kommen, alles andere findet sich dann schon.>>, versuche ich dieses Gespräch zum Abschluss zu bringen.

<<He, und was ist mit Annelore?>>, will wieder Simon wissen und zwinkert mit dem Auge. Die anderen scheinen ihm beizupflichten.

<<Eine echt heiße Braut, wenn du mich fragst.>>, sagt Sven.

<<Ja, aber ich frage dich nicht, wenn ihr es denn unbedingt wissen wollt, sie ist wieder in Frankreich und studiert dort Politik und Soziologie.>>

Damit geben sie sich zufrieden und wir wenden uns allgemeineren Gesprächsthemen zu. An solch einem Abend in einer so kleinen Stadt trifft man immer Leute, wenn man unterwegs ist, und so wundert es mich kaum, dass wir auch Catrin begegnen. Sie freut sich aufrichtig, mich zu sehen und bleibt ein wenig zu lange in der Umarmung, als wir uns begrüßen. Sie sieht gut aus, hängt an meinen Lippen und würde gern mit uns gemeinsam weiterziehen, aber die Jungs wimmeln sie ab. <<Reiner Männerabend, tut uns leid.>>, rufen sie ihr nach.

Es wird ein bunter und lustiger Abend, der mir am nächsten Morgen zwar Kopfschmerzen, aber auch das Gefühl vermittelt, wirklich wieder zu Hause zu sein. An dem Tag besuche ich meine Eltern, die sich ebenfalls freuen mich mal wieder zu sehen. Ich erzähle ein wenig, esse gemeinsam mit ihnen und bin erstaunt, wie leicht das alles geht.

Ein paar Tage später habe ich meinen ersten Arbeitstag. Seit längerer Zeit arbeite ich wieder  mit meinem Körper und es ist harte Arbeit, aber man kommt dabei wenig zum Denken. Außerdem bin ich nach vier Stunden schon fertig und kann mir überlegen, was ich mit dem Nachmittag anfange. Der Buddha wurde der Legende nach als Prinz geboren und seinem Vater war geweissagt worden, dass sein Sohn entweder ein weltlicher Führer oder ein Asket, ein der Welt Entsagender werden würde. Das Letztere wollte der Vater des zukünftigen Buddha gerne vermeiden, also hielt er alles, was seinen Sohn an die Vergänglichkeit und das Leiden der Welt erinnern konnte, vor ihm verborgen. Selbst die herabgefallenen Blätter wurden nachts zusammengefegt und entfernt. Kurz vor seinem 21. Geburtstag machte Siddhartha nacheinander vier Ausfahrten, auf denen ihm Alter, Krankheit, Tod und ein Asket begegneten. Diese Erfahrungen sorgten dann dafür, dass er an seinem 21. Geburtstag seinen Palast, seine Frau und seinen neugeborenen Sohn verließ, um einen Zustand jenseits des Leidens, die Erleuchtung zu suchen. In unserer modernen Gesellschaft sind wir inzwischen so wie der Vater des Buddha. Auch wir versuchen, Alter, Krankheit und Tod zu verbannen, so dass wir diese Dinge nicht ansehen müssen und uns in der Illusion sicher fühlen können, dass diese Dinge nichts mit uns und unserem Leben zu tun haben. Menschen, die nach der Erleuchtung suchen, werden als Spinner oder Esoteriker verlacht und lächerlich gemacht. Nun hat mich das Schicksal aber an einen Ort geführt, an dem diese Dinge jeden Tag offensichtlich sind. Die alten Menschen sind pflegebedürftig, einsam, krank, leiden an Verwirrung und haben seelische und körperliche Schmerzen. Die meisten rechnen täglich mit dem Tod und einen Ausweg gibt es für keinen von ihnen und wie mir immer deutlicher klar wird, auch nicht für mich.

Tageshoroskop 25. April 2013 als Video

April 25, 2013

Auf Giesow.de und Sternzeichen.net gibt es sie schon, jetzt möchte ich auch meine Freunde vom Astrobum-Blog daran teilhaben lassen. Inzwischen sind immer mehr Menschen zu beschäftigt und zu sehr mit Informationen überfrachtet, als das sie Zeit und Lust haben, sich lange Texte durchzulesen. Da bietet sich die Form des Videos an. In diesen in regelmäßigen Abständen veröffentlichten Videos biete ich meine Interpretation der astrologischen Konstellationen des Tages als Tageshoroskop an. Im Original auf Youtube liegt das Video in besserer Qualität vor.

Fortsetzungsroman: Annelore, der Guru und die Liebe Kapitel 50

April 24, 2013

Nach meinem ersten Roman: „Bagwan, Lana und der Rest“ habe ich einen zweiten Roman „Annelore, der Guru und die Liebe“ geschrieben. Diesen möchte ich als regelmäßigen Fortsetzungsroman auf meinem Blog anbieten.

50. Kapitel: Verarbeitung

Annelore hat sich frei genommen und kann ein paar Tage bei mir bleiben und mit ihrer Hilfe und der Unterstützung von Hanna bekomme ich allmählich mein äußeres Leben wieder in den Griff. Ich werde nicht mehr ständig von Schuldgefühlen geplagt, habe aber auch nicht mehr das Verbundenheitsgefühl aus der Zeit vor dem Unglück. Im Grunde fühle ich mich, wie vor der Reise nach Indien. Annelore ist mir eine große Hilfe und ungern lasse ich sie nach Frankreich ziehen, aber sie muss Klausuren schreiben, ansonsten würde sie ein ganzes Jahr verlieren.

<<Besuch mich doch!>>, bietet sie mir an.

Ich zucke mit den Schultern und bringe sie zum Flughafen, von wo sie wieder aus meinem Leben verschwindet. Und ich bin wieder allein, allein, höre ich in meinem Inneren einen bekannten Song aus dem vergangenen Jahr oder so. Tatsächlich stellt sich mir nach Annelore`s Abflug die Frage, was ich nun mit meinem Leben anfangen soll. Mir ist sehr bewusst, dass ich kleinere Brötchen backen will, und dass ich etwas Bodenständiges brauche. Ich hole mir Rat von dem Menschen, der mich in der letzten Zeit am meisten erlebt hat und das ist meine Schwester Hanna. In langen Gesprächen, die natürlich nicht die spirituelle Tiefe haben, wie jenes mit Annelore in meiner Wohnung, die aber auch schon dieses Bodenständige haben, was ich suche, gehen wir diesen Punkten nach.

<<Ich könnte wieder in einer Buchhandlung arbeiten.>>, schlage ich ihr vor, aber sie hat eine ganz andere Idee.

<<Oder du machst eine Zeitlang wieder den Altenpfleger, da hilfst du Menschen und bodenständiger geht es ja kaum noch.>>

Bei diesen Worten von Hanna wird etwas in mir angestoßen und ich fühle, dass damit mein kommender Weg beschrieben ist. Ich komme auf die Idee, meine alte Chefin aus der Altenpflegestätte in Norddeutschland anzurufen.

Am nächsten Morgen tue ich genau das. Sie erinnert sich an mich, fragt, was ich so getrieben habe und freut sich, dass ich wieder in diesem Beruf arbeiten will. Ich gebe ihr klar zu verstehen, dass das nur eine Übergangslösung für mich ist, worauf sie sagt, dass ihr das bei mir immer schon klar war. Sie führt das dann noch weiter aus.

<<Ich habe Ihnen regelrecht angesehen, dass es sie noch woanders hintreibt, aber sie waren trotzdem mit Herz bei den Menschen und deswegen ist es für die Menschen und für sie gut, wenn sie hier wieder zurückkehren, für welche Zeitdauer auch immer.>>

Mit diesen Worten öffnet sie mir alle Türen, und das Beste hebt sie sich für den Schluss unseres Gespräches auf.

<<Sie können sofort hier wieder anfangen, wenn auch am Anfang nur in Teilzeit.>>

Ich sage sofort zu. Ich werde also wieder zurück gehen. Das Leben verläuft gern in Zirkeln und Kreisen und ich finde diese Entwicklung total passend. Außerdem habe ich vielleicht die Gelegenheit, an meine alten Freundschaften anzuknüpfen. Es ist zwar nicht unbedingt mein Traum, aber es wird mir helfen, wieder zu mir selbst zurückzufinden.

In den folgenden Tagen regele ich meine Sachen in Hannover, ich kündige die Wohnung und verabschiede mich von Britta und Monika, die nachdem ich ihnen alles erklärt habe, Verständnis für mein Verhalten und meine Entscheidung zurück in den Norden zu gehen zeigen. Am härtesten ist es einmal mehr, mich von Emil zu verabschieden, als aber Hanna ihm erklärt, dass sie mich besuchen können und ich nicht weit vom Meer wohne, beruhigt er sich. Da ich mich in der Stadt gut auskenne, in der ich so lange gewohnt habe, finde ich per Internet eine kleine, aber für mich, voll ausreichende Wohnung und schon bald ist alles soweit geklärt.