Archive for März 2013

Monatshoroskop April 2013

März 30, 2013

Die Daten:

07.04. Venus Konjunktion Mars im Widder

10.04. Neumond  11:35 MEZ/S  Sonne und Mond auf 20°41` im Widder

13.04. Pluto wird rückläufig

14.04. Merkur wechselt in den Widder

15.04. Venus wechselt in den Stier

20.04. Zeichenwechsel: Sonne im Stier

20.04. Mars wechselt in den Stier

25.04. Vollmond  21:57 MEZ/S  Sonne im Stier, Mond auf 5°46` im Skorpion

Die Deutung:

Im April 2013 verbinden sich die astrologischen Prinzipien des Männlichen und Weiblichen im Widder. Im Laufe des Monats wechseln dann Venus, Sonne und Mars in den Stier. Diese und weitere interessante astrologische Konstellationen werde ich hier besprechen.

Konstellationen:

Venus Konjunktion Mars im Widder 07.04.2013

Am 7. April treffen sich Venus und Mars im Widder. Damit kommen die astrologischen Prinzipien des Männlichen (Mars) und Weiblichen (Venus) zusammen und so beginnt ein neuer Beziehungszyklus, der von der feurigen Aktivität des Widders geprägt ist. Vielleicht können wir jetzt mehr Dynamik und Initiative in unsere Beziehungen bringen. Es ist Courage gefordert, den geliebten Menschen von unseren Gefühlen in Kenntnis zu setzen.

Neumond April 2013

Am 10. April treffen sich Sonne und Mond im 21. Grad des Widders zum Neumond. Der Widder-Neumond findet neben der Konjunktion von Venus und Mars statt. Damit kommen die beiden männlichen Planeten Mars und Sonne und die beiden weiblichen Planeten Venus und Mond auf ein paar Grad zusammen. Damit geht es um die Verbindung, die Vereinigung von männlichen und weiblichen Kräften. Im initiativen Sternzeichen Widder wird etwas Neues geboren. Im Widder geht es um Kraft und Durchsetzung. In dieser Verbindung kann etwas entstehen, was uns helfen kann, uns klarer und ganzheitlicher durchzusetzen.

Radix:

Pluto rückläufig am 13.04.2013

Am 13. April wird Pluto auf 11°35` im Steinbock rückläufig. Er bleibt dies bis zum 21. September 2013. Dann steht er auf 8°59` im Steinbock. Den Stand wie zu Beginn seiner Rückläufigkeit erreicht er erst am 10. Januar 2014 wieder. Plutos Wirkung hat mit Macht, Wandel und Transformation zu tun. All die in diesen Bereichen erlebten Prozesse in den letzten Monaten können jetzt reflektiert werden.

Merkur wechselt in den Widder am 14.04.2013

Am 14. April wechselt Merkur in den Widder. Aufgrund seiner vorangegangenen Rückläufigkeit läuft Merkur jetzt noch der Sonne hinterher. Im Widder werden die Dinge so angesprochen, wie sie sind. Im Denken wie in der Kommunikation sind wir direkt, ehrlich und auch angriffslustig. Es gilt jetzt auch das Neue zu denken.

Venus wechselt in den Stier am 15.04.2013

Am 15. April wechselt Venus in den Stier. Hier fühlt sich die Venus zu Hause. Häuslichkeit, Gemütlichkeit, Geborgenheit und Sinnlichkeit lassen sich jetzt besonders leicht leben. Venus im Stier kann unseren Selbstwert stärken. Die Bedürfnisse unseres Körpers werden jetzt sehr deutlich. Mit Venus im Stier können Vermögenswerte geordnet, aber auch durch gute Anlagen vermehrt werden.

Sonne wechselt in den Stier am 20.04.2013

Am 20. April wechselt die Sonne vom Widder in den Stier. In den folgenden dreißig Tagen sind die Freude an der Natur und am Leben und der sinnliche Genuss angesagt. Im Stier geht es um Sicherheit, um die Sicherung des Bestands. Deswegen ist dies auch eine gute Zeit, sich um seine Vermögenswerte und Finanzen zu kümmern. Aber es geht nicht nur darum, sondern um die Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls. Dieses gibt uns von innen heraus sehr viel mehr Sicherheit, als dies Bargeld oder Aktien vermögen. In dieser Zeit sollten wir uns der Frage stellen, wie viel Sicherheit brauche ich? Und wo finde ich diese?

Mars wechselt in den Stier am 20.04.2013

Am 20. April wechselt auch Mars in den Stier. Er folgt damit der Sonne, mit der er am 18. April Ende Widder zusammengetroffen war. Damit befinden sich zwei aktive Faktoren am Anfang des Tierkreiszeichens Stier. Es kann jetzt konkret viel bewegt werden. Mit Mars im Stier können wir aktiv nach Sicherheit streben. Außerdem sind Sinnlichkeit und Erotik aktiviert. Mars möchte sich im Stier gerne konkret aktiv werden, damit liegen handwerkliche Tätigkeiten, aber auch Arbeit in Natur und Garten („Holzhacken“) auf der Hand.

Vollmond im April 2013

Am 25. April stehen sich die Sonne im Stier und der Mond im Skorpion zum Vollmond gegenüber. Zusätzlich befinden sich Mars dicht bei der Sonne und Saturn dicht beim Mond. Dieser komplexe Vollmond bringt die Themen Macht und Machtlosigkeit, Trieb und Kontrolle, das Machbare und das Unmögliche als gegensätzliche Themen auf. Der Mond im Skorpion liefert Bilder und Leidenschaft, die ein gewisses Leitthema vorgeben. Die ihm gegenüberliegende Sonne im Stier möchte zusammen mit Mars diese Leitbilder möglichst pragmatisch und „gewinnbringend“ umsetzen. In der Umsetzung in die reale Wirklichkeit gibt es immer Reibungsverluste. Das bedeutet, dass das Ergebnis nie so sein wird, wie es gedacht oder geplant war. Bei diesem Vollmond ist die Vorgabe mit Mond im Skorpion in Konjunktion mit Saturn recht rigide und engmaschig. In gewisser Weise könnten sich jetzt die Frustrationen und verdrängten Gefühle von uns als Individuen, aber auch vom Volk in konkreten Protestbewegungen Ausdruck verleihen.

Radix:

Fortsetzungsroman: Annelore, der Guru und die Liebe Kapitel 32

März 29, 2013

Nach meinem ersten Roman: „Bagwan, Lana und der Rest“ habe ich einen zweiten Roman „Annelore, der Guru und die Liebe“ geschrieben. Diesen möchte ich als regelmäßigen Fortsetzungsroman auf meinem Blog anbieten.

32. Kapitel: Der heilige Berg

Eine Landkarte ist nicht die Wirklichkeit, sondern eine Darstellung derselben. Wenn wir den Mond betrachten wollen, müssen wir auf den Mond schauen und nicht auf den Finger, der zum Mond zeigt. So banal diese Beispiele klingen, so tiefgreifend wahr sind sie, wenn wir sie erleben. All die Gurus und weisen Menschen, die ich bis zu diesem Zeitpunkt getroffen habe, sind alles Finger, denn sie weisen auf den Mond. Voller Faszination schaue ich immer wieder auf den Finger und bin mir gar nicht darüber im Klaren, dass ich gar nicht auf den Mond achte. Im Prinzip existiert der Mond für mich gar nicht, da ich ja auf den Finger fixiert bin und diesen für den Mond halte. Ein echter Guru, der sich aus seinem Herzen heraus wünscht, dass seine Schüler oder Anhänger die Wahrheit erkennen, kann sicherlich immer wieder verzweifeln, wenn seine Schüler ihn für die Wahrheit halten und nicht erkennen, dass er nur der Mittler zur Wahrheit ist. Der Buddha soll sich der Sage nach direkt nach seiner Erleuchtung unter dem Bodhi-Baum geweigert haben, seine Wahrheit weiterzugeben, weil er befürchtete, dass niemand die Wahrheit erkennen könne. Nur durch die Überredung seiner längst verstorbenen Mutter und Brahman, den höchsten der Götter, die aus dem Himmel herabkamen, um den Buddha anzuflehen, das Rad der Lehre in Bewegung zu setzen, konnte der Buddha letztlich überredet werden, genau das zu tun. Und er lehrte fortan nahezu vierzig Jahre. Auch seine Lehren wurden und werden als Finger gesehen, nur selten einmal hebt jemand seinen Blick empor, um den Mond selber anzuschauen. Der heilige Berg Arunachala ist auch so ein Finger. Ähnlich wie der Kailash steht er für die Verkörperung des Selbst. Wer den Berg Arunachala sieht, der sieht mich, sagte Ramana Maharshi, der zeitlebens diesen Berg nicht verlassen hat. Und wer Ramana Maharshi sieht, der sieht sein Selbst. Wenn er es denn sieht.

Als ich nach einer, wie immer, interessanten Fahrt durch Indien Tiruvannamalai erreiche, sehe ich den Berg in seiner majestätischen Ruhe, und ähnlich wie es mir im schottischen Highland und auf der nordfriesischen Insel Sylt ergangen ist, habe ich das Gefühl, energetisch auf einem höheren Level zu sein. Das lässt sich nur schwer beschreiben. Vielleicht ist es so ähnlich, wenn wir frisch verliebt sind. Dann scheinen alle Dinge und Begebenheiten mit Bedeutung erfüllt zu sein, so, als wäre die Welt gemeinsam mit uns verliebt, was sicherlich auch irgendwie der Wahrheit entspricht. Im Zustand des verliebt seins leben wir auf einem höheren Level. Und so ergeht es mir auch hier. Ich finde eine billige, aber saubere Unterkunft. Ich gehe einfach und nahrhaft essen, aber meine Gedanken, mein inneres Gefühl sind auf den Berg ausgerichtet. Fast möchte man Luis Trenker zitieren, der da sagte, „der Berg ruft“. Es ist tatsächlich so. Der Berg ruft. Das Selbst ruft. Das Universum ruft, und zwar ohne Unterlass, aber wir hören nicht. Ich höre nicht. Und ich höre doch, denn ich bin hier und ich werde in den nächsten Tagen den Berg umrunden und ihn auch besteigen. Vielleicht komme ich so meinem Selbst näher. Was für ein komischer Gedanke, denn niemals bin ich vom Selbst getrennt. Aber vielleicht wird mir das bewusster, wenn ich mich dem Berg zuwende. Kann doch sein.

Am nächsten Morgen wandere ich um den Berg herum und in gewisser Weise umlaufe ich dabei auch mein eigenes Leben. Immer liegt der Berg im Zentrum, der sich nicht von der Stelle rührt, nur ich bin es, der sich bewegt. Ist das ein Bild dafür, dass das Selbst in sich ruht, während wir verzweifelt unsere Runden drehen? Die Wanderung geht über Stunden, aber die Relativität der Zeit bringt es mit sich, dass äußere und innere Zeit nicht übereinstimmen, denn während ich um den Berg herumlaufe, erlebe ich in meiner inneren Welt viele Ereignisse meines Lebens neu. Nicht alles, was ich da sehe, gefällt mir, aber ich erkenne, dass es alles zu mir gehört. Ganz deutlich werden die Fäden, die mich an meine Persönlichkeit binden, die verhindern, dass ich frei bin. Die ganze Geschichte mit Annelore ist ein perfektes Sinnbild dafür, denn anstatt Freiheit habe ich Besitzstreben und Eifersucht gelebt. Ich halte an und blicke auf den Berg, der von dieser Seite her wieder ganz anders wirkt als zuvor und mir wird klar, dass es nur eine Person gibt, die mir die angeborene Freiheit verwehrt, und diese Person bin ich selbst.

Am nächsten Morgen tun mir die Füße weh. Intuitiv ist mir klar, dass dies kein Tag für Abenteuer und Heldentaten ist, sondern es darum geht, die Dinge zu verarbeiten und ein wenig zur Ruhe zu kommen. Ich wandere durch die Straßen und schaue mir das rege Treiben dort an. Dann sitze ich lange in einem Tee-Laden und lese. Den Besitzer scheint es nicht zu stören, dass ich dort sitze, solange ich immer nur wieder neuen Tee bestelle. Allerdings ist es ein wenig abenteuerlich, den Tee auch wieder loszuwerden, denn hinter dem Laden muss ich dafür ein offenes Stück überqueren, auf dem es sich etliche heilige Kühe bequem gemacht haben und mich nicht unbedingt durchlassen wollen. Aber auch das meistere ich. Als ich das zweite Mal von meinem Gang in den Laden zurückkehre, sehe ich eine junge Frau in meinem Buch blättern.

<<Ein weißer Schimmel!>>, sagt sie, als ich auf sie zugehe und gibt mir mein Buch.

Ich gucke sie wohl etwas ratlos an, denn sie ergänzt:

<<Ein Buch von Ramana Maharshi zu lesen, wenn man sich am Berg Arunachala befindet, ist wie ein weißer Schimmel.>>

In der Folge erkläre ich ihr, dass mir das Buch dabei helfen soll, mich noch mehr mit diesem Mysterium zu beschäftigen. Sie hört mir eine Zeitlang zu, weist mich dann aber darauf hin, dass ihr das zu theoretisch ist und ob ich nicht Lust hätte, mit ihr gemeinsam auf den Berg zu klettern. Ich habe Lust und so verabreden wir uns für den nächsten Morgen am gleichen Stand. Sie verabschiedet sich von mir und danach habe ich keine Lust mehr, in dem Buch zu lesen.

Am nächsten Morgen ist sie sogar vor mir am Teestand. Sie diskutiert mit ein paar Leuten, hört damit aber auf, als sie mich erblickt. Mir wird bewusst, dass ich noch nicht einmal ihren Namen weiß.

<<Wollen wir los?>>, fragt sie mich und so, wie sie mich anschaut, muss ich an Annelore denken, obwohl sie ihr gar nicht ähnlich sieht. Aber ich will erst einmal ihren Namen wissen.

<<Ich heiße Sabine, komme aus Würzburg, bin zur Zeit Single, habe keine Kinder und möchte gern wissen, wer oder was ich in Wirklichkeit bin. Reicht dir das?>>

Ja, das reicht mir, denn sie hat ihre gesamte Lebensgeschichte in einem Satz untergebracht. Auf dem Weg den Berg hoch unterhalten wir uns weiter und so erfahren wir doch noch eine ganze Menge vom anderen. Ich erzähle ihr, dass ich von meiner Freundin verlassen worden bin, obwohl wir diese Reise über Wochen und Monate geplant haben. Mir ist wohl meine Ratlosigkeit deutlich anzumerken, denn Sabine bringt das Ego von Annelore ins Spiel.

<<Schau mal, du suchst nach deiner wahren Identität und dir wird dabei immer klarer, dass du nicht dein Ego bist. Das es dieses Ego vielleicht gar nicht gibt. Da hat sie, bzw. ihr Ego Angst bekommen und hat den erstbesten Grund genommen, um dich und damit den Verlust ihres Egos zu verlassen.>>

Meine Frage, ob sie vielleicht Psychologie studiert, bejaht sie.

<<Ist das so offensichtlich?>>, fragt sie mich.

Ich weiß nicht genau, wie ich reagieren soll, aber da lacht sie.

<<Mein Vater ist Psychologe und da bin ich schon von Kindheit an damit konfrontiert worden.>>, erklärt sie mir. Ich ermuntere sie weiterzusprechen.

<<Weißt du, als Jugendliche rebellieren wir gegen unsere Eltern, auch indem wir genau das Gegenteil von dem machen, was sie gut finden, wofür sie stehen.>>

Wieder macht sie eine Pause, schaut erst mich an, mustert mich dabei regelrecht und schaut dann auf den vor uns liegenden Berg. Sie lächelt.

<<Was ist?>>, möchte ich von ihr wissen.

Sie zuckt mit den Schultern, spricht dann aber doch weiter:

<<Später, als ich lange ausgezogen bin und meine langjährige Beziehung auseinander ging, da habe  ich mich erinnert und mich mit meinen Eltern, vor allem mit meinem Vater ausgesöhnt.>>

Ich könnte ihr jetzt gut von meiner Familie und meinen Problemen mit meinem Vater erzählen, aber ich möchte noch mehr, dass sie ihre Geschichte zu Ende erzählt. Es scheint fast so, als würden wir in Anbetracht dessen, dass wir gleich beginnen werden, den Berg zu besteigen, noch einmal die Beichte ablegen. Ich habe ihr von Annelore erzählt und sie breitet mir, einem Unbekannten, ihre gesamte Lebensgeschichte aus.

<<Und dann hast du Psychologie studiert?>>, versuche ich ihr eine Brücke zu bauen.

Sie schaut mich etwas erstaunt an und in ganz kurzer Zeit zeigt ihr Gesicht eine Vielzahl von unterschiedlichen Emotionen, dann murmelt sie aber:

<<Ja, dann habe ich Psychologie studiert.>>

Dann schweigen wir, weil wir am Fuße des Berges angekommen sind und es nun daran geht, ihn zu  besteigen, den heiligen Berg.

Je höher wir auf den Berg steigen, desto weniger reden wir tatsächlich. Das liegt zum einen mit daran, dass uns schlichtweg die Luft dazu fehlt, aber zum anderen wird die Präsenz des Berges immer deutlicher. In mir verändert sich etwas. Ich spüre deutlich meinen Körper, der sich beim Klettern anstrengen muss und schneller atmet. Neben und hinter mir geht Sabine und scheint auch ganz mit sich beschäftigt zu sein. Ich sehe sie an, schaue auf den über uns ruhenden Berg, spüre meinen Körper und der Zeitfluss verlangsamt sich. Zuerst ganz sachte, so, als wolle er mir vergewissern, dass alles in Ordnung ist. Dann aber schneller werdend, löst sich mein Klammern etwas auf und mein Bewusstsein weitet sich. Dabei wird mir klar, dass ich mich zwar mit meinem Körper identifiziere, dass ich aber das Bewusstsein bin, was nicht nur der Körper, sondern auch der Berg ist. Ehrfurcht und Freude steigen in mir auf und ich fühle mich von der Energie dermaßen durchströmt, dass ich nicht mehr weitergehen kann. Ich setze mich auf einen Stein, beobachte die Affen, die einen Steinwurf weit weg miteinander zu spielen scheinen und schaue vom Berg herunter auf die Stadt. Sabine setzt sich zu mir.

<<Irgendetwas passiert mit dir?>>, fragt sie mich, es klingt aber wie eine Beobachtung.

Ich spüre sie neben mir, höre ihre Worte, fühle die Wärme und das Leben ihres Körpers und sie ist mir ebenso vertraut wie mein eigenes Selbst. Ich will ihr antworten, kann es aber nicht, da sind keine Worte. Sie schaut mir in die Augen und ich kann sehen, was sie sieht. Ich weiß, dass sie sich jetzt abwenden wird, weil sie es nicht versteht. Sie wendet sich ab. Ich halte sie zurück und spreche dann doch:

<<Der Berg ist hier. Er bewegt sich nicht weg. Was er ist, ist unberührt und rein und das wird sich niemals ändern. Und wir sind dasselbe. Wir sind nicht das von Haut umspannte Ich. Wir sind nicht die Vorstellung von uns, wir sind das, was allen Vorstellungen zugrunde liegt. Und jeder von uns weiß das immer.>>

Sabine sieht mich an, als würde sie mich das erste Mal sehen.

<<Wir kennen uns jetzt einen Tag. Ich gehe mit dir auf diesen Berg, damit ich es nicht allein tun muss und kaum sind wir halb oben, bekommst du einen Anfall von Größenwahn oder eine Erleuchtung und nun redest du so… Was soll ich davon halten?>>

<<Wie so?>>, will ich wissen und frage mich selbst.

<<So erleuchtet….>>, sagt sie mir.

Es gibt keine Trennung. Alles ist erleuchtet. So empfinde ich es. Natürlich ist mir wie in einem zweiten parallel laufenden Film bewusst, dass ich ich bin und sie Sabine heißt, aber es fühlt sich so nicht an. Es ist, als würde man der Realität eine zweite Realität hinzufügen. Nun verstehe ich, was es heißt, wenn sie im Zen sagen, dem Hasen noch einen Hasenkopf aufsetzen. Der Hase alias die Realität hat schon einen Kopf und braucht keinen zweiten davon.

Ich zucke mit den Schultern, weiß selber nicht, was ich davon halten soll. So sage ich nur:

<<Lass uns einfach jetzt zurückgehen.>>

Sie mustert mich intensiv, fragt mich dann, ob mit mir alles in Ordnung ist, was ich bejahe, worauf wir unser Klettern weiter nach oben abbrechen und wieder das Stück zurückgehen, das wir gerade empor geklettert sind. Nur eines ist gleich wie auf dem Hinweg, wir schweigen auch diesmal, aber es ist kein gutes Schweigen, denn Sabine ist in ihrem Inneren getroffen, und sie gibt mir die Schuld dafür, obwohl sie weiß, dass ich keine Schuld habe, aber sie ist nicht bereit, den nächsten Schritt zu gehen. Noch nicht. Und vielleicht nicht mit mir. Der Verlust des Glaubens an sich als einzeln existente Person erfordert Mut und ist nicht leicht zu verkraften. Das macht uns Angst, und davor schrecken wir zurück, obwohl wir natürlich gern die absolute Erfahrung machen würden, hält uns Angst, Prägung und eine gewisse Lähmung zurück. Wenn wir jemandem begegnen, der diese Erfahrung gemacht hat, dann sind wir entweder fasziniert oder wir müssen sofort weg, weil dieser Mensch gefährlich für uns ist. Genauso ein Mensch war ich urplötzlich für Sabine geworden.

Wir trennen uns am Teestand. Sie blickt nicht zurück. Ich gebe es immer mehr auf, die Reaktionen anderer Menschen zu bewerten. Sie glauben an ihr Ich und an ihren freien Willen und meistens setzen sie beides ein, um sich und andere zu verletzen und nennen es ihre Suche nach dem Glück. Ich will ihnen beides nicht nehmen, aber da ist im Grunde nichts, weder ein Ich, noch ein freier Wille. Die Vorstellung davon verhindert nur, dass etwas anderes nicht offensichtlich wird. Dabei ist das immer da und wirklich real. Komisch, dass das, was wirklich real ist, für Einbildung gehalten wird und die Illusion wird für Realität gehalten. Verdrehte Welt.

Tageshoroskop 29. März 2013 als Video

März 29, 2013

Auf Giesow.de und Sternzeichen.net gibt es sie schon, jetzt möchte ich auch meine Freunde vom Astrobum-Blog daran teilhaben lassen. Inzwischen sind immer mehr Menschen zu beschäftigt und zu sehr mit Informationen überfrachtet, als das sie Zeit und Lust haben, sich lange Texte durchzulesen. Da bietet sich die Form des Videos an. In diesen in regelmäßigen Abständen veröffentlichten Videos biete ich meine Interpretation der astrologischen Konstellationen des Tages als Tageshoroskop an. Im Original auf Youtube liegt das Video in besserer Qualität vor.

Fortsetzungsroman: Annelore, der Guru und die Liebe Kapitel 31

März 28, 2013

Nach meinem ersten Roman: „Bagwan, Lana und der Rest“ habe ich einen zweiten Roman „Annelore, der Guru und die Liebe“ geschrieben. Diesen möchte ich als regelmäßigen Fortsetzungsroman auf meinem Blog anbieten.

31. Kapitel: Das Gespräch

Wir werden in ein Vorzimmer geführt. Nach und nach kommen weitere Leute dazu. Außer uns sind alles Inder. Ich bin so nervös, als hätte ich ein Rendezvous. Der Amerikaner scheint dagegen ganz ruhig zu sein, er sagt aber kein Wort, um mich zu beruhigen. Dann öffnet sich die Tür und wir können eintreten. Der Guru sitzt an einem Tisch und schaut uns unentwegt in die Augen. Ein Student passt auf, dass wir nichts Unerlaubtes oder Falsches tun. Der Guru zeigt auf mich und sagt etwas. Sowohl der Amerikaner als auch der Student reden auf mich ein, ich verstehe nur, dass der Guru will, dass ich mit ihm spreche. Ich zeige ihm den Ring und sage, dass ich nicht verstehe, wie er das gemacht hat. Jetzt spricht er englisch mit mir. Er erklärt mir in einfachen Worten, dass wir alles in uns tragen und dass es für Gott kein Problem ist, unsere inneren Bilder nach außen zu bringen.

<<Gefällt es dir nicht?>>, fragt er mich dann.

Bevor ich antworten kann, lässt er sich von mir den Ring geben. Gebannt schaue ich zu, wie er den Ring in seine Handfläche legt und mit der anderen Hand darüber streicht. Dabei murmelt er etwas. Von seiner Handfläche geht eine Art Rauch oder Nebel aus, der den Ring für einen Moment verdeckt. Der Guru pustet den Rest des Qualms von seiner Hand, dann gibt er mir den Ring zurück.

<<So besser?>>, will er wissen.

Ich schaue in seine Augen und dann auf den Ring. Ich weiß nicht, ob ich schreien oder weglaufen soll. Die Realität, so wie ich sie kenne oder gekannt habe, löst sich um mich herum immer mehr auf. Doch da ist immer noch mein kleines Ich, das ums Überleben kämpft und verzweifelt nach einer Erklärung sucht, aber auch, wenn ich immer wieder auf den Ring schaue, ändert es sich nicht. Der Ring zeigt nun eindeutig das Bild von Annelore.

<<Ich habe sie verloren.>>, sage ich zum Guru.

<<Nein, du hast dich verloren. Finde dich wieder, dann findest du sie.>>, antwortet er mir.

<<Aber wo soll ich mich suchen?>>, frage ich nach.

<<Geh nach Tiruvannamalai zum heiligen Berg. Dort wirst du Antworten finden.>>, beendet er die Fragestunde.

Obwohl ich wie von Sinnen bin, finde ich die innere Würde, ihm zu danken und mich zu verabschieden. In mein Gehen hinein sagt er noch:

<<Manchmal müssen wir an den Anfang zurück, um das Ende zu finden.>>

Mit diesen Worten verlasse ich seinen Raum und stehe schon bald wieder auf dem Platz im Ashram, der jetzt menschenleer ist. Die Begegnung mit dem Guru hat mich total in ihren Bann gezogen. Ich bin erfüllt, denn viele der Tausende von Leuten wünschen sich nichts mehr, als ihm persönlich begegnen zu können. Und was mache ich? Ich rede mit ihm über meine Freundin. Ich schaue auf den Ring und kann es nicht glauben, dass sich dort das Gesicht von Annelore befindet. Es ist unfassbar und so erfüllt ich auf der einen Seite bin, so verwirrt bin ich auf der anderen. Ich bin mir auch überhaupt nicht sicher, ob ich noch im Ashram beim Guru bleiben soll oder ob ich seinen Vorschlag direkt umsetze und nach Tiruvannamalai fahren soll? Fragen über Fragen.

Ziellos wandere ich durch das weiträumige Gelände, sehe einen Elefanten und lande schließlich unter einem Baum, der zum Meditieren einlädt. Dort sitze ich und lasse die Ereignisse vor meinem inneren Auge ablaufen. Irgendwie scheinen alle Dinge zusammenzuhängen. Der Mann in Lourdes verweist mich an den Swami und der Guru schickt mich zum heiligen Berg. Es kommt mir so vor, als ob alle mein Drehbuch kennen würden, nur ich selber nicht. Wie konnte er das Bild von Annelore in den Ring bekommen, obwohl er diese gar nicht kennt? Ich schaue mir nochmal den Ring und das Bild an. Annelore schaut mich relativ ernst an, so als wolle sie mir etwas sagen, aber was? Ich versuche die innere Stille wieder zu gewinnen, aber da sind so viele Gedanken in mir. Ich schaue auf den indischen Sonnenuntergang und weiß, dass mich viele Leute jetzt beneiden würden, aber ich selber stehe vor den Rätseln meines Lebens. Bis in die Dunkelheit hinein sitze ich unter dem Baum, später verbringe ich eine mehr oder weniger schlaflose Nacht im Ashram. Schon in der Nacht weiß ich, was ich will und am nächsten Tag mache ich mich auf den Weg nach  Tiruvannamalai. Der Ring mit dem Bild von Annelore kommt übrigens nicht mit. Er verlässt den Ashram nicht, denn am Morgen ist er nicht mehr da. Ich bin mir unsicher, ob ich ihn in der unruhigen Nacht verloren habe oder ob der Guru ihn wieder entmaterialisiert hat. So verlasse ich den Ashram so wie ich gekommen bin. Etwas nehme ich allerdings mit und das ist das Wissen darum, wohin mein Weg mich jetzt führen wird und das ist in Anbetracht der Umstände in meinem Leben in den letzten Wochen und Monaten eine ganze Menge.

Tageshoroskop 28. März 2013 als Video

März 28, 2013

Auf Giesow.de und Sternzeichen.net gibt es sie schon, jetzt möchte ich auch meine Freunde vom Astrobum-Blog daran teilhaben lassen. Inzwischen sind immer mehr Menschen zu beschäftigt und zu sehr mit Informationen überfrachtet, als das sie Zeit und Lust haben, sich lange Texte durchzulesen. Da bietet sich die Form des Videos an. In diesen in regelmäßigen Abständen veröffentlichten Videos biete ich meine Interpretation der astrologischen Konstellationen des Tages als Tageshoroskop an. Im Original auf Youtube liegt das Video in besserer Qualität vor.

Fortsetzungsroman: Annelore, der Guru und die Liebe Kapitel 30

März 27, 2013

Nach meinem ersten Roman: „Bagwan, Lana und der Rest“ habe ich einen zweiten Roman „Annelore, der Guru und die Liebe“ geschrieben. Diesen möchte ich als regelmäßigen Fortsetzungsroman auf meinem Blog anbieten.

30. Kapitel: Im Ashram vom Guru

Der Abschied aus Goa fällt mir leicht, denn zu traumatisch war die abrupte Trennung von Annelore.  Auch die Holländer sind keine wirklichen Freunde geworden. Nicht so leicht fällt es mir dagegen, allein in den überfüllten Zügen gen Süden zu reisen, und die Reise kommt mir endlos vor, was sie in gewisser Weise auch ist. In Indien läuft die Zeit einfach anders und oftmals hat man das Gefühl, das es Zeit, wie wir sie kennen, gar nicht mehr gibt. So vergeht subjektiv empfunden keine Zeit in den qualvoll überfüllten Zügen, es ist mehr ein sich bewegen durch den Raum und auch das oft nur sehr langsam. Aber irgendwann einmal ist es geschafft, und ich erreiche tatsächlich Bangalore, eine indische Großstadt, die mir schon auf den ersten Blick gut gefällt. Es ist tropisch warm, überall stehen Palmen, den üblich chaotischen Verkehr in den indischen Straßen nehme ich hier in Banglore einfach als besonderen Willkommensgruß. Nachdem ich mich erst einmal gestärkt habe, nehme ich ein Taxi zum Ashram. Gut drei Stunden dauert die Fahrt durch wirklich ärmste indische Dörfer. Bei jeder Rast werden wir angebettelt, und fast immer werfe ich ein paar Rupien unter die Leute. Es ist nicht einfach zu begreifen, dass allein von dem Geld, das mich die Reise nach Indien kostet, eine Familie über Jahre hinweg gut leben könnte. Ich kann es nicht ganz vermeiden, dass sich mein schlechtes Gewissen meldet.

Am frühen Abend erreiche ich den Ashram des Guru. Dieser liegt in einem Dorf. Dort ist in den letzten Jahren unglaublich viel gebaut worden. Es gibt neue Krankenhäuser und eine rege Infrastruktur. Bei dem Lärm und der Hektik kann ich mir kaum vorstellen, hier Frieden und Stille zu finden, aber ich bemühe mich, offen zu bleiben. An der Registratur melde ich mich an und bekomme einen Schlafplatz im Ashram zugewiesen. Nun bin ich also wieder in einem Ashram. Ich bin verblüfft, wie viele Menschen sich hier befinden. In dem Haus, in dem ich untergebracht werde, gibt es mehrere einfach eingerichtete Schlafräume und in meinem bin ich nun der vierte, der dort hausen wird. Eine Ecke gehört mir. Dort breite ich mich aus. Einer der Mitbewohner begrüßt mich. Er ist Pole und schon seit einigen Wochen hier. Im Gespräch erzählt er mir, dass es hier von Jahr zu Jahr immer voller wird, weil sich immer mehr Menschen angezogen fühlen. Dadurch ist es fast unmöglich geworden, eine persönliche Begegnung mit dem Guru zu haben. Inzwischen wird es auch immer schwerer, den Guru überhaupt zu Gesicht zu bekommen. In der dem Ashram angeschlossenen Kantine bekomme ich noch etwas zu essen. Das indische Essen ist scharf, auch wenn es für die Ausländer schon gemäßigt gewürzt wird. Ich wandere über den Ashram, bis ich müde bin und mich hinlege. Zwei meiner Zimmernachbarn schlafen schon und einer schnarcht, so dass es mir in dieser Nacht schwer fällt einzuschlafen. Ich denke an Annelore und fühle mich verloren.

Am nächsten Morgen steht eine Versammlung an, bei der auch der Guru anwesend sein wird. Neben der Vielzahl von Studenten, die in seiner Universität neben vielem anderen auch die menschlichen Grundrechte lernen, können auch wir Besucher der Versammlung beiwohnen. Dafür setzen wir uns in Reihen, wobei der erste in der Reihe eine Nummer zieht, die entscheidet, ob die Menschen in der Reihe Platz in der Halle finden und auch, in welcher Reihenfolge sie diese betreten dürfen. Ich habe Glück, oder hat Gott da seine Hände im Spiel, denn meine Reihe darf als zweite in die Halle, und so sitze ich bald so nah, dass ich zumindest ein wenig von der Bühne sehen kann. Nach einer Weile wird der Guru in einem roten Rollstuhl hineingefahren. Sofort verdichtet sich die Energie. Ich bin mir nicht sicher, ob ich etwas spüre, weil all die Menschen um mich herum so aufgeregt sind, oder ob es seine Präsenz ist, die das bewirkt. In der Folge führen einige Studenten etwas auf, es wird gesungen und der Guru hält eine kurze Ansprache, in der es vor allem darum geht, dass wir Gott in unserem Alltag ehren sollen. Er sagt, dass es nichts bringt, am Abend oder für eine besondere Gelegenheit religiös zu sein, wenn wir es nicht in unserem täglichen Leben sind. Dann segnet er einige Leute und wird dann auch bald wieder herausgefahren. Ich weiß nicht genau, was ich davon halten soll.

Während des Tages komme ich mit vielen unterschiedlichen Leuten in Kontakt. Für viele ist der Guru ihr gesamter Lebensinhalt. Bevor sie etwas entscheiden oder unternehmen, treten sie in einen inneren Dialog mit ihm. Ich treffe einen Amerikaner, der sich gern von mir zum Tee einladen lässt und den ich nach seinen Erfahrungen befrage. Es stellt sich heraus, dass er schon seit vielen Jahren zu dem Guru fährt.

<<In meiner Anfangszeit>>, so berichtet er, <<waren es noch nicht so viele Leute. Da war es leicht möglich, mit dem Guru ins Gespräch zu kommen. Er kannte alle Einzelheiten aus dem Leben der Menschen und konnte ihnen konkret helfen. Dann hat er oft etwas materialisiert, um den Menschen etwas Konkretes zu geben, das ihnen Trost spenden konnte und sie daran erinnert, was wirklich wichtig ist.>>

Das will ich nun genau wissen: <<Was ist denn wirklich wichtig?>>

<<Gott, nur Gott ist wirklich wichtig.>>

Der sympathische Amerikaner hat häufig gesehen, wie etwas materialisiert worden ist und auch von anderen Wundern weiß er zu berichten.

<<Wundert dich das wirklich>>, fragt er, <<wir sind in Indien.>>

In Indien scheinen tatsächlich andere Gesetze zu gelten, als in Europa. Nach dem Gespräch bleibe ich am Teestand sitzen und lasse das eben Gehörte nachwirken. Irgendwie ist es ein Wunder, dass ich nicht an Annelore denke, aber mit diesem Gedanken kehrt sie in mein Bewusstsein zurück. Und mit ihr kommt auch der Schmerz. Ich versuche mein Glück und bitte den Guru in Gedanken, mir zu helfen. Tatsächlich lindert sich der Schmerz nahezu sofort und im gleichen Moment kommt eine Frau mit ihrer Tochter auf mich zu und sagt zu mir, dass der Guru sich noch einmal zeigt, und ob ich ihn nicht auch sehen möchte. Natürlich möchte ich. Jetzt, am Nachmittag, ist es sehr warm, aber das Gerücht, dass der Guru herauskommt, hat sich in Windeseile verbreitet und der Platz ist jetzt schon sehr gefüllt. Ich stehe am Rand und weiß nicht genau, wo ich mich hinsetzen soll, da winkt von vorne der Amerikaner und ich setze mich durch die bereitwillig sich teilende Menge nach vorne hin ab. Nun bin ich doch recht weit vorne, sollte der Guru hier herauskommen, habe ich einen fantastischen Blick. Das sieht der Amerikaner auch so, denn er klopft mir auf die Schulter. Dann ist Schweigen. Die Menge sitzt wohl gut 45 Minuten, als die erste Unruhe entsteht. Wie eine Welle breitet diese sich durch den Raum aus. Als sie mich erreicht, höre ich gleichzeitig eine Art  unterdrückten Aufschrei, denn tatsächlich kommt in diesem Moment der Guru heraus. Er wird von zwei Studenten gestützt und bewegt sich in Zeitlupe vorwärts. Dabei macht er immer wieder Bewegungen mit seinen Armen und Händen.

<<Er bewegt das Universum.>>, flüstert mir der Amerikaner zu.

Die Menschen in der Nähe des Guru scheinen das auch so zu empfinden, denn sie bewegen sich wie in Ekstase, fangen an zu weinen oder erstarren in Ehrfurcht. Ähnliche Reaktionen habe ich beim Swami erlebt und bei Rahula. Doch nun bewegt er sich direkt auf mich zu. Seine unergründlich schwarzen Augen scheinen nur noch mich zu fixieren. Mir wird heiß und kalt. Er steht direkt vor mir, bewegt seine Hand und wirft mir dann etwas zu. Es ist ein Ring. Der Ring trägt ein Bild, und das Bild zeigt meine verstorbene Großmutter, die ich sehr geliebt habe. Ich stehe total unter Schock. Wie kann das sein? Und es kommt noch besser, denn einer der dem Guru folgenden Studenten kommt zu mir, und fordert mich und den Amerikaner auf, ins Gebäude zu gehen. Der Guru will mit uns sprechen. Ich fasse es nicht.

Tageshoroskop 27. März 2013 „Vollmond“ als Video

März 27, 2013

Auf Giesow.de und Sternzeichen.net gibt es sie schon, jetzt möchte ich auch meine Freunde vom Astrobum-Blog daran teilhaben lassen. Inzwischen sind immer mehr Menschen zu beschäftigt und zu sehr mit Informationen überfrachtet, als das sie Zeit und Lust haben, sich lange Texte durchzulesen. Da bietet sich die Form des Videos an. In diesen in regelmäßigen Abständen veröffentlichten Videos biete ich meine Interpretation der astrologischen Konstellationen des Tages als Tageshoroskop an. Im Original auf Youtube liegt das Video in besserer Qualität vor.

Fortsetzungsroman: Annelore, der Guru und die Liebe Kapitel 29

März 26, 2013

Nach meinem ersten Roman: „Bagwan, Lana und der Rest“ habe ich einen zweiten Roman „Annelore, der Guru und die Liebe“ geschrieben. Diesen möchte ich als regelmäßigen Fortsetzungsroman auf meinem Blog anbieten.

29. Kapitel: Coole Tage in Goa

Drei Tage später bin ich total relaxed. Ich habe meistens nur Shorts an, rasiere mich nicht. Ich lasse mich auf angenehme Art gehen. Dazu tragen sicherlich unsere neuen Freunde, die Holländer, mit bei, denn es ist jeden Tag so, dass wir uns schon mittags am Strand, in einer Bar und oder an einer der Hütten treffen, ein wenig Bier trinken und kiffen. Wenn man jeden Tag kifft, kommt man in eine Art  Paralleluniversum. Dort ist alles weich gezeichnet und die Zeit verläuft ganz anders. Einerseits ist sie unglaublich gedehnt, so dass ich das Gefühl habe, tagelang abzuhängen und es ist doch nur ein Nachmittag und andererseits sind wir schon den vierten Tag hier und ich habe das Empfinden, gerade erst angekommen zu sein. Annelore ist so cool. Sie sieht von Tag zu Tag besser aus, schwimmt viel, liest, kifft und hängt mit den Holländern ab, vor allem mit Ruud. Ja Ruud ist ein wenig der Störfaktor im Paradies, und ich werde eifersüchtig, denn beide sitzen immer sehr nah beieinander und das hier am Strand, wo Annelore fast nichts trägt. Ich sage nichts, weil ich kein Spießer und Spielverderber sein will, aber der Unmut darüber steigt in mir an. Außer in der ersten Nacht haben wir keinen Sex, Annelore biegt es immer wieder ab. Am Tag setzt sie dagegen alle ihre Reize ein. Da müsste ich schon total verblödet sein, um nicht mitzubekommen, was da läuft. Noch halte ich es für eine Schwärmerei. Mitten aus meinen Gedanken heraus wird mir plötzlich etwas schwindelig. Einer der Holländer hatte Skunk dabei und davon habe ich wohl ein wenig zu viel geraucht. Ich gehe zu Annelore und Ruud und teile ihr mit, dass ich mich ein wenig hinlegen will und frage sie, ob sie nicht mitkommen möchte. Ich sehe, dass sie lieber bei Ruud bleiben möchte,  sie kommt trotzdem mit, mault aber auf dem Weg in die Hütte vor sich her. Kurz darauf streiten wir. Ich fange an:

<<Du musst ja nicht mitkommen, wenn du keinen Bock hast.>>

<<Wie keinen Bock?>>, fragt sie.

<<Na, auf mich natürlich, ja sowieso nicht.>>, sage ich betont provokant.

<<Was meinst du denn damit?>>, will sie wissen.

<<Du weisst genau, was ich meine!>>

<<Nee, weiß ich nicht!>>

<<Sex zum Beispiel.>>

<<Ach, darum geht es dir. Ich denke, du bist so fertig, dass du dich hinlegen musst.>>, macht sie mich an.

<<Dann geh doch zu deinem Ruud.>>, gifte ich zurück.

<<Bist wohl eifersüchtig. Musst du nicht sein. Da ist nichts. Macht mir nur Spaß, mit ihm abzuhängen.>>, erklärt sie sich für meine Begriffe etwas zu ausführlich.

Und dann mache ich einen großen Fehler, weil ich in meiner Eitelkeit gekränkt bin. Durch die Drogen ist auch das Ego wieder gestärkt worden, denn ich fühle mich wie ein beleidigtes kleines Kind, das nicht bekommt, was es haben will und nun alles um sich herum zerstört, damit auch die anderen nichts bekommen.

<<Wegen dir sind wir hier und nun das!>>, bricht es aus mir heraus.

<<Wie meinst du das denn?>>, will sie wissen.

<<Na, allein wäre ich ja noch im Ashram…> lasse ich den halben Satz so stehen.

Daraufhin rastet sie aus. Annelore ist jetzt auch verletzt und sie teilt aus. Es fallen Bemerkungen, die uns beide treffen, und am Ende, als die Wut keine Worte mehr findet, stiefelt Annelore aus der Hütte. Ich lege mich aufs Bett, und da fühle ich nur noch Leere, aber diese ist nicht angenehm. Aus diesem Gefühl heraus falle ich in Schlaf, aber dieser bringt mir nicht viel, denn ich kann zwar den Körper entspannen, aber leider nicht meinen Geist. Nun sind wir beide einen so weiten Weg gefahren, ich habe sogar den Swami und den Ashram verlassen, um hier nun allein und einsam in einer Hütte am Strand von Goa zu sitzen. So nicht, denke ich und gehe wieder zum Strand. Direkt am Meer sitzen Annelore und Ruud, er hat den Arm um sie gelegt, und sie hat ihren Kopf an seine Schulter gelehnt. Diese unglaubliche Vertrautheit vor dieser wunderschönen Kulisse lässt etwas in mir zerbrechen. Zorn, Wut und unkontrollierbare Eifersucht übernehmen das Kommando. Ich rausche auf die Beiden zu und schreie Ruud an, was ihm einfällt, meine Freundin anzumachen. Erschrocken lösen sie sich voneinander, Annelore steht auf und fragt mich, ob ich noch ganz normal bin, denn zwischen den beiden wäre gar nichts. Ganz im Gegenteil hätte Ruud sie nur getröstet und mich aus männlicher Sicht verteidigt.

„Das kann ich mir denken. Das ist doch nur ein Trick von ihm, um dich rumzukriegen, das wollte er doch schon die ganze Zeit.“ So schreie ich sie an.

Da schüttelt Annelore den Kopf und will von mir weggehen, aber ich bin jenseits aller Vernunft, laufe hinter ihr her und brülle sie erneut an: „Du läufst jetzt nicht weg!“

Sie bittet mich darum, sie in Ruhe zu lassen und wieder Vernunft anzunehmen, aber ich kann nicht von ihr lassen, es ist wie ein Zwang. Da spüre ich eine Berührung an meinem Arm. Mich umdrehen, erkennen, dass es Ruud ist, der mich wohl nur von Annelore abhalten will, und zuschlagen, verschwimmen zu einer einzigen Aktion. Zuerst liegt Ruud am Boden, aber er steht wieder auf, und wir schlagen wild aufeinander ein, bis er tatsächlich am Boden liegt. Annelore rennt auf mich zu. Ihr Gesicht zeigt eine Mischung aus Schock, Empörung und Unverständnis.

„Bist du nun zufrieden?“ will Annelore von mir wissen und setzt sich zu Ruud.

Meine Wut verraucht, ich drehe mich um und gehe weg, einfach nur am Strand entlang. Ich blicke nicht zurück. Eine halbe Ewigkeit laufe ich wie in Trance und spüre nichts, als eine große Leere in mir. Dann kehre ich um. Ich muss mich bei Annelore und Ruud entschuldigen. Als ich nach Stunden wieder an unserem Abschnitt des Strandes ankomme, ist von beiden nichts zu sehen. Auch in unserer Hütte ist niemand. Also gehe ich zu den Holländern, die erwartungsgemäß sehr reserviert auf mich reagieren. Zuerst spricht keiner mit mir, bis sich eines der Mädchen erbarmt und mir erzählt, dass die beiden gemeinsam weggefahren sind und nicht gesagt haben, wohin sie fahren und wann sie zurück kommen.

An diesem Abend bin ich ganz allein. Ich bin allein mit meiner Reue und meiner Eifersucht, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, was die beiden ohne mich machen. Ich kann lange nicht einschlafen, und als ich nach einer langen und erschöpfenden Nacht am nächsten Morgen wach werde, sind beide weiterhin verschwunden. Den Tag verbringe ich wie in Trance. Immer wieder laufe ich zum Meer und wieder zurück, so dass sogar die zurückgebliebenen Holländer nicht mehr böse, sondern irgendwann mitleidig gucken, was für mich vielleicht sogar noch schlimmer ist. Der Abend kommt, aber keine Annelore. Inzwischen bin ich soweit, dass ich ihr alles verzeihen würde, käme sie nur zurück, aber auch diese Nacht ist wie die Nacht davor. Am nächsten Morgen fange ich direkt an zu trinken. Ich setze mich an den Strand mit den Füßen im Wasser und kippe ein Bier nach dem anderen in mich hinein. Nach einer Weile kommt Bethje zu mir. Bevor sie etwas sagt, lässt sie sich die Bierflasche geben, nimmt einen tiefen Schluck und erzählt mir, dass Annelore sich gemeldet hat. Auf meine Nachfrage hin, erklärt sie mir, dass sie von Ruuds Handy aus angerufen hat.

<<Sie kommt nicht zurück, du brauchst nicht auf sie zu warten.>>

Ich höre ihre Worte, kann sie aber nicht glauben, denn so ist Annelore nicht, das ist einfach nicht ihre Art. Aber, wie gut kenne ich sie eigentlich? Und vor allem, was soll ich jetzt tun? So habe ich mich noch nie gefühlt. Da ist das grenzenlose Nichts. Ich weiß nichts mehr. Alle meine Pläne und Vorstellungen sind in sich zusammengebrochen. Was soll ich machen? Wo soll ich hin? Ich sitze in Indien in Goa, bin mutterseelenallein und habe keine Idee, wie es weitergehen soll. Meiner Verletztheit und meiner Traurigkeit kann und will ich jetzt keinen Raum geben, also bringe ich erstmal das zu Ende, was ich bereits angefangen habe und trinke weiter. Es bewahrheitet sich, was die gute alte holländische Gruppe Bots einmal gesungen hat: „Wir trinken zusammen, keiner trinkt allein“, denn die Holländer kommen, angeführt von Bethje, zu mir an den Strand. Wir trinken zusammen, es wird Musik gemacht, Joints kreisen und die Menge wird von Stunde zu Stunde größer. Es scheint sich herum gesprochen zu haben, dass ein Deutscher hier seinen Liebeskummer ertränkt. Da will natürlich keiner beiseite stehen. Goa erlebt eine spontane, aber denkwürdige Party in dieser Nacht mit dem zunehmenden Mond. Shiva Moon, Shiva Moon.

Der nächste Morgen ist mehr als grausam. Zu der bitteren Erkenntnis, dass ich Annelore verloren habe und nun ganz allein in Indien bin, kommen mörderische Kopfschmerzen. Aber die habe ich mir redlich verdient. Den Tag über pflege ich mich so gut es geht, erst am Abend bin ich wieder soweit genesen, dass ich daran denken kann, eine Entscheidung zu fällen. Mir ist klar geworden, dass ich nach vorne schauen muss. Ich werde weiterreisen und zwar an einen speziellen Ort in der Nähe von Bangalore, wo ein mystischer und inzwischen auch mythischer indischer Guru in seinem Ashram lebt. Der Guru behauptet von sich, dass er der Avatar dieses Zeitalters sei. Immer wenn die Schöpfung in eine kritische Phase kommt, dann bringt sich das Göttliche selbst in die Schöpfung ein. Es, das Göttliche, inkarniert in menschlicher Form, um den göttlichen Funken nicht vergessen zu lassen. Das nennt man einen Avatar. Dieser ist nicht wie wir an Zeit und Raum gebunden und kann anscheinend Wunder wirken. Genau das werde ich mir ansehen. Vielleicht kann dieser Guru auch ein Wunder für mich bewirken. Auf jeden Fall fühlt es sich richtig an, sich wieder in Bewegung zu setzen.

Tageshoroskop 26. März 2013 als Video

März 26, 2013

Auf Giesow.de und Sternzeichen.net gibt es sie schon, jetzt möchte ich auch meine Freunde vom Astrobum-Blog daran teilhaben lassen. Inzwischen sind immer mehr Menschen zu beschäftigt und zu sehr mit Informationen überfrachtet, als das sie Zeit und Lust haben, sich lange Texte durchzulesen. Da bietet sich die Form des Videos an. In diesen in regelmäßigen Abständen veröffentlichten Videos biete ich meine Interpretation der astrologischen Konstellationen des Tages als Tageshoroskop an. Im Original auf Youtube liegt das Video in besserer Qualität vor.

Fortsetzungsroman: Annelore, der Guru und die Liebe Kapitel 28

März 25, 2013

Nach meinem ersten Roman: „Bagwan, Lana und der Rest“ habe ich einen zweiten Roman „Annelore, der Guru und die Liebe“ geschrieben. Diesen möchte ich als regelmäßigen Fortsetzungsroman auf meinem Blog anbieten.

28. Kapitel: Goa 

Am nächsten Morgen besprechen wir uns. Wir wollen beide Erholung und zumindest ich suche einen Weg, ihr wieder näher zu kommen, denn Annelore hat sich tief in sich verschlossen. So einigen wir uns darauf, ans Meer zu fahren. Diesmal werden wir den Zug nehmen. Wie ich aus den Reiseführern weiß, kann das in Indien ähnlich wie das Fahren mit der Rikscha ein wahrhaftes Abenteuer sein. Wir buchen Tickets für den Mumbai-Goa-Express. Am nächsten Morgen geht es los. Ganz anders als in Deutschland ist es auch mit einem Ticket überhaupt nicht klar, ob der Zug fahren wird, wenn ja, zu welcher Zeit, und ob wir darin Platz finden werden. Dazu kommt, dass Annelore weiterhin total neben sich steht. Gestern Abend haben wir in dem billigen Hotel kaum miteinander gesprochen, obwohl ich immer wieder Ansätze dazu gemacht habe, aber Annelore hat alles abgeblockt. Die meiste Zeit hat sie geschlafen und hat es mir überlassen, die Tickets zu besorgen und etwas zu essen aufzutreiben. Nun ziehe ich sie hinter mir her wie einen Zombie. Alles andere ist wie arrangiert. Der Zug steht bereit und als die Inder sehen, dass wir Europäer sind und bemerken, in welchem Zustand sich meine Begleiterin befindet, geben sie uns Raum und überlassen uns zwei Sitzplätze. Annelore schließt die Augen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie noch schlafen kann, aber sie demonstriert, dass sie nicht gewillt ist, mit mir zu sprechen. Ich schaue mich stattdessen im „besseren“ Abteil etwas um. Im Gegensatz zu den billigeren Plätzen herrscht hier eine gewisse Ordnung vor. Ich kann viele Ausländer beobachten, die wohl genauso wie wir auf dem Weg nach Goa sind. Manche Leute scheinen ihren gesamten Hausstand dabei zu haben, es gibt Tiere, Kinder, alte Menschen und sogar einen Mönch, einen Sannyasin. Nach einer Weile schlafe auch ich ein, werde aber von der ruckelnden Bahn und meiner Neugier, nichts von der Welt da draußen zu verpassen, wieder geweckt. Ich schaue zu Annelore, sie hat die Augen auf und erwidert meinen Blick. Behutsam versuche ich zu ihr vorzudringen. Es wird eine in Samt gehüllte Psychotherapiestunde inmitten des brodelnden indischen Lebens. Nach einer ganzen Weile und nachdem ich ihr lange und geduldig zugeredet habe, fängt sie endlich an sich zu äußern. Sie erklärt mir, dass sie Angst hat, mich enttäuscht zu haben und Angst, dass ich sie jetzt nicht mehr so gern habe wie zuvor, nicht mehr auf sie abfahre, da sie ja nicht die Geduld hat, es in dem von mir geliebten Ashram auszuhalten. In dieser Art redet sie mit mir. Ich bin innerlich ganz ruhig und erwidere ihr, dass ich diese Reise mit ihr zusammen geplant und gemacht habe und zusammen heißt auch zusammen. Wenn es ihr im Ashram nicht gefällt, dann verlassen wir eben den Ashram und fahren nach Goa und dort ruhen wir uns erstmal aus und finden zu uns selbst zurück.

<<Und feiern?>>, wirft sie ein.

<<Ja, wir feiern!>>, besiegele ich es.

Von nun an wird die Fahrt sehr viel angenehmer, denn Annelore schmiegt sich an mich und gemeinsam betrachten wir die Felder und die Landschaft, die an uns vorüberzieht. Aber auch die längste Reise der Welt ist einmal zu Ende und so landen wir erneut im indischen Chaos. Mit einem Taxi lassen wir uns in einen netten Ort am Strand fahren, wo ich eine Hütte miete. Gar nicht weit entfernt stehen weitere Hütten, so dass wir zwar für uns, aber nicht ganz allein sind. Wir baden und es scheint, dass Annelore allmählich ihre Unbeschwertheit zurück gewinnt. Abends gehen wir essen, gebratenes Gemüse, frischer Mango-Lassie und dann ein leckeres Bier. Ich grabe die nackten Füße in den immer noch warmen Sand, schaue in den dunkel gewordenen Himmel und dann zu Annelore, die mit ihren verwuschelten Haaren und der leichten Bräune einfach fantastisch aussieht. Einen kurzen Moment lang taucht das Bild des Swami vor meinem inneren Auge auf, aber ich verdränge es und widme mich dem Hier und Jetzt. Eine Gruppe von Holländern hat das kleine Restaurant betreten. Ein junger Mann, Typ gut aussehender Surfer, spricht uns erst auf Englisch an. Als ich ihm erkläre, dass ich Deutscher bin, wechselt er ins Deutsche und dann scheinbar ohne Mühe ins Französische. Obwohl er total nett ist, habe ich eine gewisse Antipathie gegen ihn, ich  weiß nicht warum. Er fragt, ob wir uns nicht alle zusammensetzen wollen, und da Annelore offensichtlich Lust dazu hat, weigere ich mich nicht und schon sitzen wir mit einer Gruppe hungriger und versoffener junger Holländer zusammen. Es sind auch Mädchen dabei, die auf ihre Art sehr attraktiv sind. Der Surfer spricht die ganze Zeit französisch mit Annelore und obwohl ich sehr viel gelernt habe, bekomme ich nur die Hälfte mit. Aber Annelore lacht, und trotz meiner aufkommenden Eifersucht ist mir klar, dass ihr Lachen so wertvoll ist, dass ich meine Gefühle einfach runterschlucke. Wir trinken einige Biere und gehen dann gesammelt an den Strand. Der Mond leuchtet über dem Meer. Es ist nahezu windstill und wären wir nicht so laut, könnte es sehr ruhig sein, obwohl ich beim genauen Hinsehen erkenne, dass überall kleine und größere Gruppen von Leuten sitzen. Einige haben Feuer gemacht, und plötzlich weiß ich gar nicht mehr, wie ich es still finden konnte, denn ich höre von allen Seiten Musik. Einer der Holländer hat seine Gitarre geholt, und während zwei andere Feuer machen, singt eines der Mädchen dazu. Es muss eine Art eines holländischen Volkslieds sein, was sie singen, denn es rührt mich an, auf eine ganz ungewöhnliche und tiefe Weise. Annelore hat sich von Ruud – ja, er heißt genauso wie der holländische Fussballer – gelöst und nimmt meine Hand. Es ist ein perfekter Moment, den man erst als solchen erkennt, wenn er vorbei ist. Seinen immensen Wert erkennt man daran, wie traurig es ist, wenn der Moment wieder vergangen  ist.

Nun singt auch Ruud und das macht er nicht schlecht. Eines der Mädchen setzt sich neben uns und bietet uns einen Joint an. Einem Moment lang zögere ich, zu lange habe ich nicht mehr geraucht oder gekifft, aber dann nehme ich ihn doch und ziehe. Natürlich fange ich an zu husten und dann bald auch zu kichern. Ich hatte ganz vergessen, wie lustig das Kiffen sein kann. Das Mädchen redet auf mich ein, auch Annelore hat inzwischen gezogen und sich nach hinten fallen lassen. Ich frage sie etwas verspätet nach ihrem Namen. Sie heißt Betje und wohnt eigentlich in Amsterdam.

<<Na, dann ist es ja kein Wunder, dass du kiffst..>>, necke ich sie ein wenig.

<<Immer diese Vorurteile.>>, erwidert sie und lächelt.

Ihr Lächeln animiert mich dazu, von meinen Reisen nach Amsterdam zu erzählen. So vergeht der Abend. Angenehm blau und stoned fallen Annelore und ich erst in unsere Hütte und dann übereinander her.