Die Ignoranz der Verblödung
Wir leben alle in einem Traum. Nach dem Verständnis bestimmter Religionen erleben wir unser Leben gar nicht wirklich, sondern träumen nur. Die Ignoranz der Verblödung besteht nun darin, dass wir das für real halten. Wenn wir in der Nacht träumen, und am Morgen aufwachen, dann glauben wir nicht, dass der Traum wirklich ist, sondern uns ist klar, dass wir geträumt haben.
Nur diesen Lebenstraum halten wir weiterhin für real. Zumindest solange, bis wir aus ihm aufwachen. Dann wird uns das Ausmaß unserer Verblödung erst richtig deutlich werden und wir werden anhaltend lachen. So wie es auch von einigen Mystikern beschrieben ist, die genau das taten, als sie erwachten.
Und doch hat dieser Traum des Lebens eine unglaubliche Konsistenz. Diese anscheinende Beständigkeit macht es für uns auch so schwierig, die dahinter liegende Illusion zu durchschauen. Die besondere Schwierigkeit oder man kann auch sagen, das Paradoxon besteht darin, dass die Person, die versucht, die Illusion zu durchschauen, Teil dieser Illusion ist. So als würde eine Figur, die wir des Nachts träumen, versuchen, aus unserem Traum aufzuwachen. Dabei existiert diese Figur außerhalb unseres Traumes gar nicht. Sie hat keine darüber hinaus gehende Existenz. Es gibt in der bekannten Fernsehserie „Star Trek“ immer wieder Episoden, die dieses Dilemma darstellen. Ich erinnere mich an eine Folge, in der sich ein Softwarprogramm der so genannten Holo-Suite bewusst wird zu existieren und sich weigert abgestellt zu werden. Das bringt nun die Crew der Enterprsie in große Not, denn weder können sie dem Programm eine eigenständige Existenz geben, noch können sie ohne „schlechtes Gewissen“ dieses Programm einfach abschalten, also töten.
Somit ist für uns ein Erwachen aus dem großen Lebenstraum in dem Sinn problematisch, weil es uns als Geträumten dann ja nicht mehr gibt. Also warum sollten wir danach streben, uns selbst auszulöschen?
Und doch….
Und doch ist da der Wunsch hinter den Vorhang zu blicken, die Illusion zu durchschauen, uns unserer wahren Natur bewusst zu werden. Das liegt natürlich auch daran, dass wir in unserer Essenz genau das sind, was wir suchen. Das Göttliche oder der göttliche Seinsgrund ist immer da. Er muss nicht neu entdeckt werden oder frei geschaufelt. So ist es klar, dass es in unserer illusorischen Traumnatur die Sehnsucht nach dem Wahrem gibt. Obwohl auch das eigentlich ein Widerspruch ist, denn wie kann etwas Geträumtes den Wunsch nach dem Erwachen aus dem Traum haben.
Aber was nützt das alles? Auch wenn wir nur Figuren in einem Traum sind, so können wir uns doch darum bemühen, den Traum gut zu leben. Und was ist ein gut gelebtes Leben. Ein gut gelebtes Leben ist ein Leben mit Herz. Nur wenn es uns geleingt, aus dem Herzen zu leben, macht unser Leben einen Sinn, ob es nun ein Traum ist oder nicht.
Auf gewisse Weise sind wir alle mit einander verbunden. Ähnlich wie die Zellen unseres Körpers sich zu Organen zusammenfügen, so bildet vielleicht auch die Menschheit eine Einheit, ohne sich dessen bisher bewusst zu sein. Und ebenso wie das Organ leidet, wenn Zellen entarten, so leidet auch die Menschheit unter dem negativen Verhalten einzelner. Das Universum ist nach bestimten und klaren Gestzen aufgebaut. Ein Prinzip ist das Gesetz des Holismus. Das bedeutet, dass in jedem Teil das Ganze enthalten ist. Wir kennen dieses Prinzip von dem Hologramm. In einem Teil oder Splitter des Hologramms ist wiederum das ganze Hologramm als Bild enthalten. So findet sich auch in jeder Zelle des menschlichen Körpers der genetische Code.
Ein zweites wichiges Prinzip ist das Prinzip der Verschachtelung, wie ich es nennen möchte. So ordnen sich alle Systeme in höheren Systemen an. Die Erde beispielswiese gehört zum Sonnensystem mit der Sonne als dem zentralen Gestirn. Die Sonne wiederum ist ein Stern und Sterne ordnen sich in Galaxien.
Dieses Prinzip gilt auch für uns. So wie wir vielleicht geträumt werden, so träumen auch wir. Damit sind wir für unsere Traumgestalten der ominöse und nicht zu fassende Träumer.