Besprechung des Filmes „Gran Torini“ von Clint Eastwood
In gewisser Weise weht auch hier der Geist Barack Obamas durch diesem Film. Clint Eastwood gelingt das Kunststück, wichtige Themen zu behandeln und dabei „verdammt“ unterhaltsam zu sein. Über die Dialoge – auch in der deutschen Übersetzung – konnte ich herzhaft lachen. Natürlich bleibt einem das Lachen im Laufe des Films im Halse stecken.
Es ist ein normale Geschichte, die Eastwood hier erzählt. Rassismus kommt überall vor und natürlich auch in den USA. Oft wird die Meinung vertreten, dort sogar besonders viel, aber das kann auch daran liegen, dass wir so viele Filme aus den USA zu sehen bekommen. Aber die Folgen von Rassismus und Gewalt werden deutlich gemacht, ohne mit der moralischen Keule zu kommen. Seine Tat am Ende hat etwas Überlegtes und eben nicht aggressiv affektiertes.
Und Clint Eastwood spielt auch sich selbst, zumindest sich in seiner Karriere als Schauspieler, denn er war in seinen Filmen (nicht nur Dirty Harry) oft der Rächer. Auch in seinem Oskar prämierten Meisterwerk Erbarmungslos. Auch dort wird die Sinnlosigkeit von Gewalt thematisiert, aber in Erbarmungslos greift er dann doch am Ende zur Waffe. Hier nur zum Feuerzeug. So ist es auch inhaltlich verständlich, dass er erklärt hat, nicht mehr als Schauspieler tätig sein zu wollen (zu werden).
Ich kann die Kritik an diesem Film nachvollziehen, aber ein achtzigjähriger Mann muss nicht modern sein, es ist eine Freude für uns und vielleicht auch eine Gnade, dass Clint Eastwood uns in so vielen kleinen Momenten und Szenen an seinen Erfahrungen und Einsichten teilhaben lässt.
Und – ja und dafür ist er tatsächlich nicht allzu oft gelobt worden – Danke für seinen Humor.


